Veröffentlicht am 10.10.2026
Das Steuergerät in der Garage tut seit Jahren zuverlässig seinen Dienst. Dann kommt das neue Staudenbeet, die Tropfleitung an der Hecke oder der Wunsch, die Anlage aus dem Urlaub per App zu kontrollieren. Muss jetzt ein neues Gerät her? Bei Hunter oft nicht: Viele Steuergeräte lassen sich erweitern oder ins WLAN bringen – manche aber eben nicht. In diesem Artikel erfahren Sie, was beim Hunter X-Core, X2 und Pro-C nachrüstbar ist, welches Teil Sie dafür brauchen und wann der Tausch des ganzen Geräts die ehrlichere Lösung ist.
RATGEBER-ÜBERSICHT
Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Bewässerungssteuerung und Smart-Systeme: von der Zeitschaltuhr bis Hydrawise – dort finden Sie alle Beiträge zum Thema im Zusammenhang.
X-Core, X2 oder Pro-C: was jedes Gerät kann
Der X-Core hat fest 2 bis 8 Stationen und lässt sich weder erweitern noch ins WLAN bringen – smarter wird er nur mit dem Wettersensor Solar Sync. Der X2 hat ebenfalls eine feste Stationszahl (4, 6, 8 oder 14), wird aber mit dem WAND-Modul zum Hydrawise-Gerät. Der Pro-C wächst mit Steckmodulen von 4 auf bis zu 23 Stationen, mit dem Decodermodul PC-DM auf bis zu 32. In die Hydrawise-App kommt er nur über die neue Bedienfront HPC-FP; das Modul PC-WIFI verbindet ihn mit Centralus, nicht mit Hydrawise.
Vor dem Umbau: Typenschild, Datumscode, Programmspeicher
Nachrüsten scheitert selten an der Technik, sondern meist am falschen Teil. Notieren Sie vor der Bestellung die Modellbezeichnung vom Typenschild – etwa XC-801i, X2-601-E oder P2C-401-E – und beim Pro-C zusätzlich den Datumscode und die Farbe der Tasten. Davon hängt ab, welche Module und Bedienfronten passen.
Eine Sorge können wir Ihnen nehmen: Die Programme liegen bei X-Core, X2 und Pro-C laut Hunter im Permanentspeicher. Die Knopfzelle CR2032 hält nur Datum und Uhrzeit; beim Pro-C dient ein 9-V-Block (nicht im Lieferumfang) lediglich dazu, ohne Netz zu programmieren. Wer für den Moduleinbau den Strom abschaltet, verliert also kein Programm. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, sichert sein Wunschprogramm vorher mit der Funktion Easy Retrieve – diese Sicherung übersteht laut Hunter sogar einen Reset.
Am 230-Volt-Anschluss arbeitet nur die Elektrofachkraft – hier besteht Lebensgefahr! Module, Bedienfronten und Sensoren dagegen hängen an der 24-Volt-Seite und lassen sich mit etwas Geschick selbst einsetzen.
Hunter X-Core: 2 bis 8 Stationen, und dabei bleibt es
Der Hunter X-Core ist das Einstiegsgerät für den Hausgarten: 3 Programme mit je 4 Startzeiten, Laufzeiten bis 4 Stunden, fest 2 bis 8 Stationen (in Europa als XC-401i, XC-601i und XC-801i). Steckplätze für Module hat er nicht, ein WLAN-Modul gibt es ebenfalls nicht. Wer mit sechs Kreisen startet und im nächsten Jahr den zehnten plant, kommt um ein anderes Gerät nicht herum.
Ein beliebter Ausweg: zwei Ventile an eine Stationsklemme hängen. Laut Hunter verträgt eine X-Core-Klemme bis zu zwei Hunter-Spulen plus Hauptventil – beide Ventile öffnen dann aber immer gemeinsam. Das ist keine neue Zone, sondern eine größere. Für zwei Rasenflächen mit gleichen Regnern kann das passen, für Rasen und Tropfrohr nie, weil beide völlig unterschiedliche Laufzeiten brauchen.
Was am X-Core sehr wohl geht: Sensoren. Am Sensoreingang arbeiten die Regensensoren der Clik-Reihe und der Wettersensor Solar Sync, mit dem Hunter den X-Core zum wetterbasierten Smart Controller aufwertet. Eine App gibt es für den X-Core dagegen nicht.
Hunter X2: mit dem WAND-Modul in die Hydrawise-App
Auch der Hunter X2 hat eine feste Stationszahl: 4, 6, 8 oder 14. Erweitern lässt er sich also nicht – er hat aber einen Steckplatz für das WAND-Modul. Mit diesem WLAN- und Bluetooth-Modul wird der X2 zum Hydrawise-Gerät: Programmierung per App, wetterbasierte Anpassung der Laufzeiten, die Hunter Predictive Watering nennt, 3 Programme mit je 6 statt 4 Startzeiten und Laufzeiten bis 24 statt 6 Stunden.
Was Sie vorher wissen sollten: Mit eingestecktem WAND sind Tasten und Drehschalter gesperrt, programmiert wird nur noch in Hydrawise. Am Gerät bleiben der manuelle Start einer Station oder eines Programms und der Test aller Stationen. Der Drehschalter muss auf BETRIEB (RUN) stehen, sonst gibt es keinen Fernzugriff. Hydrawise funkt laut Hunter nur im 2,4-GHz-Netz – ein reines 5-GHz-WLAN oder ein Gastnetz mit Anmeldeseite funktioniert nicht.
WAND-Module ab Herstelldatum 08/2021 bringen zusätzlich die Einrichtung per Bluetooth mit und machen das Handy ohne WLAN zur Fernbedienung. Wie die Einrichtung Schritt für Schritt abläuft, steht in unserem Beitrag Hunter Hydrawise einrichten.
Hunter Pro-C erweitern: von 4 auf 23 oder 32 Stationen
Der Hunter Pro-C ist das Gerät, das wir einbauen, wenn ein Garten noch wachsen soll. Die aktuelle Generation heißt P2C; das Grundgerät hat 4 Stationen, dazu kommen Steckmodule: PCM-300 mit 3, PCM-900 mit 9 und PCM-1600 mit 16 Stationen. Konventionell verdrahtet sind so laut Hunter bis zu 23 Stationen möglich. Mit dem Decodermodul PC-DM und EZ-1-Decodern wird daraus eine Zweidraht-Anlage mit bis zu 32 Stationen, davon höchstens 28 rein über Decoder.
► Ein Beispiel: Sie haben heute 10 Kreise und planen in zwei Jahren drei weitere Beete. 4 Stationen im Grundgerät + 9 Stationen aus einem PCM-900 = 13 Stationen. Das reicht genau – ohne dass Sie heute schon für ein größeres Gerät bezahlen.
Der Einbau ist schnell erledigt: Power-Lock-Schieber auf POWER OFF, Modul stecken, Schieber zurück auf ON. Der P2C erkennt die Module laut Hunter ohne Reset. Werden Stationen nicht erkannt, schieben Sie den Schieber aus, setzen die Module neu, schalten wieder ein und drücken die RESET-Taste hinten an der Frontklappe.
Achtung bei älteren Geräten: Laut Hunter laufen PCM-1600 und PC-DM erst ab dem PC-400 von Februar 2020 bzw. im P2C-400. Der alte PC-300 (gebaut bis 2006) nimmt nur seine eigenen grauen oder schwarzen Module und wird laut Hunter durch den P2C-400 ersetzt.
Pro-C ins WLAN: HPC-FP oder PC-WIFI?
Hier herrscht die meiste Verwirrung, und wir nehmen uns da nicht aus. Für den Pro-C gibt es zwei Wege ins Netz – und sie führen zu zwei verschiedenen Plattformen.
HPC-FP: neue Bedienfront, alte Verdrahtung
Die HPC-FP ist eine Hydrawise-Bedienfront mit Touchscreen, die die Front des vorhandenen Pro-C ersetzt. Aus dem Pro-C wird so ein Hunter HPC: 6 Programme mit je 6 Startzeiten, wetterbasierte Laufzeiten, Fernzugriff per App. Der Tausch ist laut Hunter in wenigen Handgriffen erledigt: Flachbandkabel abziehen, Scharnier lösen, neue Front einhängen, Kabel stecken. Die Verdrahtung bleibt, wie sie ist.
Die Einschränkung: Laut Hunter passt die HPC-FP nur auf den PC-400 ab Datumscode März 2014 sowie auf PCC-Geräte mit blauen Tasten. Ältere Pro-C bleiben außen vor. Außerdem braucht der Standort 2 bis 3 Balken WLAN-Empfang – prüfen Sie das mit dem Handy direkt am Gerät, bevor Sie bestellen. Die HPC-FP steht nicht in unserem Onlineshop; sprechen Sie uns an. Wer ohnehin neu kauft, nimmt gleich das komplette HPC.
PC-WIFI: Fernzugriff über Centralus
Das steckbare Modul PC-WIFI ist für den P2C-400 gedacht und verbindet ihn mit Centralus, Hunters Plattform zur Verwaltung mehrerer Steuergeräte – nicht mit Hydrawise. Für Hausverwaltungen und Betreuer, die viele Pro-C aus der Ferne im Blick behalten, ist das praktisch. Wer als Gartenbesitzer Hydrawise mit seiner Wetteranpassung möchte, braucht die HPC-FP.
HCC und ICC2: Nachrüstsätze für große Anlagen
Wohnanlagen und Firmengrün laufen oft über ein ICC oder ICC2 mit 8 bis 54 Stationen. Auch dafür gibt es Nachrüstsätze. Der HCC-Nachrüstsatz (bei Hunter HCCUPKIT, neue Front plus Leistungsmodul) macht aus einem ICC oder ICC2 ein Hydrawise-fähiges HCC. Der Nachrüstsatz ICC-FPUP-2 (Front, Flachbandkabel, Leistungsmodul) bringt ein altes ICC auf ICC2-Stand, die Module bleiben. Erweitert werden beide Familien mit Modulen wie ICM-800 und ICM-2200; das ICM-2200 gehört laut Hunter immer in die letzten beiden Steckplätze, und nach dem Einbau ist ein Reset nötig.
Regensensor und Solar Sync nachrüsten
Der einfachste Schritt zu weniger Wasser braucht gar kein WLAN. Ein Regensensor wie der Rain-Clik schaltet laut Hunter schon beim Einsetzen des Regens ab und passt an X-Core, X2, Pro-C und die Hydrawise-Geräte. Einen Schritt weiter geht der Wettersensor Solar Sync: Er misst Sonneneinstrahlung und Temperatur, berechnet daraus die Verdunstung und setzt die saisonale Anpassung jede Nacht neu – Regen- und Frostabschaltung bei 3 °C inklusive. Wo kein Kabel zum Steuergerät gelegt werden kann, gibt es den Solar Sync wireless.
Hunter listet Solar Sync unter anderem für X-Core, Pro-C und ICC2. Beim X-Core genügt der Sensor allein, der aktuelle Pro-C hat am Drehschalter eine eigene Solar-Sync-Stellung; für ältere Pro-C, PCC und ICC nennt Hunter das Set mit Modul. Beim X2 übernimmt mit dem WAND-Modul Hydrawise die Wetteranpassung; ob Ihr X2 stattdessen einen Solar Sync bekommt, klären wir vorab anhand des Typenschilds. Beim Einrichten gilt: Saisonanpassung am Gerät auf 100 %, Laufzeiten für den Hochsommer eintragen und drei Tage abwarten. Welcher Sensor wofür taugt, lesen Sie in Sensoren für automatische Bewässerung, den Vergleich mit Hydrawise in Smarte Bewässerung: was wirklich smart ist.
Welches Teil passt zu welchem Hunter-Steuergerät?
Ausgangsgerät | Ziel | Benötigtes Teil | Hinweis |
|---|---|---|---|
X-Core | mehr als 8 Stationen | nicht möglich | Tausch gegen X2 (bis 14) oder Pro-C (bis 23, mit Decodern 32) |
X-Core | Wetteranpassung | Solar Sync | ohne App; Regen- und Frostabschaltung inklusive |
X-Core | App und WLAN | nicht möglich | Tausch gegen X2 mit WAND |
X2 | Hydrawise-App | WAND-Modul | nur WLAN 2,4 GHz; Tasten danach gesperrt |
X2 | mehr Stationen | nicht möglich | feste Größe 4, 6, 8 oder 14 |
Pro-C (P2C) | bis 23 Stationen | PCM-300, PCM-900, PCM-1600 | PCM-1600 erst ab PC-400 von 02/2020 bzw. P2C |
Pro-C (P2C) | bis 32 Stationen | PC-DM mit EZ-1-Decodern | Zweidraht; höchstens 28 Stationen rein über Decoder |
Pro-C PC-400 ab 03/2014, PCC mit blauen Tasten | Hydrawise-App | Bedienfront HPC-FP | Verdrahtung bleibt; 2 bis 3 Balken WLAN am Standort |
Pro-C P2C-400 | Fernzugriff für Betreuer | PC-WIFI | verbindet mit Centralus, nicht mit Hydrawise |
Pro-C PC-300 (bis 2006) | mehr Stationen oder WLAN | Ersatz durch P2C-400 | nimmt nur seine eigenen alten Module, keine HPC-FP |
ICC oder ICC2 | Hydrawise-App | HCC-Nachrüstsatz | neue Front und Leistungsmodul |
ICC (alt) | ICC2-Stand | ICC-FPUP-2 | Module bleiben |
Alle Angaben stammen aus den Support- und Produktseiten von Hunter. Im Zweifel entscheidet das Typenschild Ihres Geräts.
Wann ein neues Steuergerät die bessere Wahl ist
Nachrüsten ist nicht immer das Klügste. Bei einem PC-300 von vor 2006 passen weder die aktuellen Module noch die HPC-FP, ein Pro-C von vor März 2014 kommt nicht zu Hydrawise, und der X-Core bleibt bei acht Stationen. In diesen Fällen raten wir zum Tausch: Die Ventilkabel werden am neuen HPC oder X2 wieder angeklemmt, neu ist nur das Gerät an der Wand; den 230-Volt-Anschluss übernimmt die Elektrofachkraft.
Auch der HC, das frühere Hydrawise-Touchscreen-Gerät, ist inzwischen eingestellt. In Bestandsanlagen kann er bleiben; als Neukauf empfehlen wir ihn nicht mehr.
Und noch eine ehrliche Einschränkung: WLAN macht eine Anlage nicht von selbst sparsamer. Kommt am Standort des Steuergeräts kein stabiles 2,4-GHz-Signal an, ist ein Solar Sync an X-Core oder Pro-C die zuverlässigere Lösung als ein Hydrawise-Gerät, das jeden zweiten Tag offline ist. Was bei Verbindungsabbrüchen hilft, steht in der Störungshilfe Hydrawise offline.
Unsere Hersteller
Hunter (X-Core, X2 mit WAND, Pro-C, HPC, HCC, ICC2, Solar Sync, Rain-Clik) und Rain Bird (ESP-Steuergeräte mit LNK-WLAN-Modul). Die Geräte finden Sie unter Steuergeräte & Computer, Module und Zubehör unter Zubehör Steuerung, Sensoren unter Sensoren (Regen & Wetter).
Häufige Fragen
Nein. Der X-Core hat fest 2 bis 8 Stationen und keine Steckplätze für Module. Für mehr Stationen tauschen Sie ihn gegen einen X2 (bis 14 Stationen) oder einen Pro-C (bis 23, mit Decodern bis 32). Nachrüsten lassen sich am X-Core nur Sensoren wie Rain-Clik oder Solar Sync.
Über die Bedienfront HPC-FP, die die vorhandene Front ersetzt; die Verdrahtung bleibt. Laut Hunter passt sie auf den PC-400 ab Datumscode März 2014 und auf PCC mit blauen Tasten. Das Modul PC-WIFI verbindet den Pro-C dagegen mit Centralus, nicht mit Hydrawise.
Das Grundgerät hat 4 Stationen. Mit den Modulen PCM-300, PCM-900 und PCM-1600 sind laut Hunter bis zu 23 Stationen möglich, mit dem Decodermodul PC-DM und EZ-1-Decodern bis zu 32.
Nein. Hydrawise-Geräte verbinden sich laut Hunter nur mit einem 2,4-GHz-Netz. Prüfen Sie den Empfang am Standort des X2 vorher mit dem Handy; Gastnetze mit Anmeldeseite funktionieren nicht.
Nein. X-Core, X2 und Pro-C speichern die Programme laut Hunter im Permanentspeicher. Die Knopfzelle CR2032 hält nur Datum und Uhrzeit.
Erweitern oder tauschen? Wir prüfen Ihr Gerät
Schicken Sie uns ein Foto vom Typenschild und sagen Sie uns, wie viele Kreise Sie heute haben und künftig brauchen – dann nennen wir Ihnen das passende Modul oder sagen ehrlich, wenn sich ein neues Gerät mehr lohnt. Planen Sie die Anlage neu, hilft die Online-Planung; persönlich geht es in der kostenlosen Erstberatung. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung!
Über den Autor: Jürgen Hackländer
Geschäftsführer von aqua.naturale Beregnung. Jürgen Hackländer kommt aus dem Handwerk und arbeitet bis heute selbst mit den Produkten, die er empfiehlt — seit über 25 Jahren, mit mittlerweile mehr als 15.000 zufriedenen Kunden. Durch regelmäßige Schulungen und ständigen Kontakt zu den Herstellern bleibt er technisch auf dem neuesten Stand.
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