Mehr als nur Tropfen: Die feine Kunst der Wasserverteilung
Während die klassische Tropfbewässerung Wasser punktuell direkt an der Wurzel abgibt, geht die Mikrobewässerung einen Schritt weiter. Sie umfasst eine Vielzahl von Systemen, die Wasser in Form von feinen Sprühstrahlen, kleinen Fontänen oder sanften Regenschleiern flächig und bodennah verteilen.
Das Ziel ist immer dasselbe: Wasser hocheffizient und gezielt im Wurzelbereich der Pflanzen auszubringen, Verdunstungsverluste zu minimieren und gleichzeitig eine größere Fläche als ein einzelner Tropfer zu versorgen. Mikrobewässerung ist die ideale Lösung für dichte Pflanzungen, empfindliche Kulturen und spezielle Anwendungsfälle wie die Frostschutzberegnung.
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Drei Systeme, ein Ziel: Das richtige Werkzeug für jede Aufgabe
EINFACHE FLÄCHENBEWÄSSERUNG
Mikrosprinkler & -sprüher
Mikrosprinkler sind die Allrounder. Sie erzeugen einen feinen, regenähnlichen Niederschlag und eignen sich perfekt für die flächige Bewässerung von Bodendeckern, Gemüsebeeten und in Gewächshäusern. Durch verschiedene Düsen lassen sich Wurfweite und Sprühbild exakt an die Beetform anpassen. Sie sind auch das Mittel der Wahl für die Überkronenbewässerung und den Frostschutz im Obst- und Weinbau.
Vorteile: Gleichmäßige Verteilung, große Vielfalt an Sprühbildern, für Frostschutz geeignet.
Nachteile: Etwas windanfälliger als Tropfbewässerung.


SCHNELLE LÖSUNG IM NAHBEREICH
Bubbler & Schirmsprinkler
Bubbler sind die Spezialisten für die gezielte, intensive Bewässerung von Einzelpflanzen wie Sträuchern, Rosen oder jungen Bäumen. Sie geben das Wasser ohne feinen Sprühnebel direkt im Wurzelbereich ab und durchfeuchten den Boden schnell und tiefgründig. Im Gegensatz zu Einzeltropfern liefern sie eine größere Wassermenge in kürzerer Zeit. Schirmsprinkler sind eine Variante, die das Wasser wie ein kleiner Schirm verteilen.
Vorteile: Sehr windstabil, schnelle und tiefe Durchfeuchtung, ideal für Einzelpflanzen.
Nachteile: Nicht für flächige Bewässerung geeignet.
FLACH ÜBER DEM BODEN
Sprühdüsen auf Steigrohren
Für höhere Pflanzen wie Stauden oder hohes Gemüse sind Sprühdüsen auf Steigrohren die perfekte Lösung. Sie kombinieren die Präzision der Mikrobewässerung mit der Höhe klassischer Regner. So wird das Wasser über die Blätter hinweg direkt auf den Boden gesprüht, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Mit einstellbaren Düsen (VAN-Düsen) kann das Sprühbild flexibel an jede Beetform angepasst werden.
Vorteile: Bewässerung über die Pflanzen hinweg, sehr flexibel einstellbar, große Wurfweiten möglich.
Nachteile: Höherer Wasserverbrauch als die anderen Systeme.

Wo Mikrobewässerung ihre Stärken ausspielt

Worauf Sie bei der Planung achten sollten
Die Planung einer Mikrobewässerungsanlage erfordert Sorgfalt. Anders als bei der Tropfbewässerung müssen die Durchflussmengen der einzelnen Sprüher genau addiert werden, um die maximale Anzahl pro Kreis zu bestimmen.
Eine entscheidende Rolle spielt die Filterung: Da die Düsen sehr feine Öffnungen haben, ist ein feiner Filter (120-150 Mikron) unerlässlich, um Verstopfungen zu vermeiden. Zudem sollte der Betriebsdruck mithilfe eines Druckminderers exakt auf den für die Sprüher empfohlenen Wert (meist 1,5 - 2,5 bar) eingestellt werden, um eine optimale Funktion zu gewährleisten.
Häufige Fragen
Nein, das wird nicht empfohlen. Mikrosprinkler haben eine deutlich höhere Wasserabgabe als Tropfer. Eine Kombination würde zu einer ungleichmäßigen Bewässerung führen.
Wie jede Bewässerungsanlage muss auch ein Mikrobewässerungssystem im Herbst mit Druckluft entleert werden, um Frostschäden an den Leitungen und Sprühern zu vermeiden.
Deutlich geringer. Da das Wasser sehr gezielt und mit geringem Druck ausgebracht wird, sind die Verdunstungs- und Windverluste minimal. Sie können von einer Wasserersparnis von 30-50% ausgehen.