Filterung & Düngerdosierung: Sauberes Wasser, perfekte Nährstoffe
Die Grundlage jeder professionellen Bewässerungsanlage. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Anlage schützen, Wasser sparen und Ihre Pflanzen optimal versorgen.
Die zwei Säulen der professionellen Bewässerung
Auf dieser Seite tauchen wir tief in diese beiden Kernthemen ein. Im ersten Teil erklären wir, warum Filterung unerlässlich ist und wie Sie den richtigen Filter für Ihre Wasserquelle finden. Im zweiten Teil zeigen wir Ihnen, wie Sie mit Fertigation Wasser, Dünger und Zeit sparen und gleichzeitig das Wachstum Ihrer Pflanzen optimieren. Unser Ziel: Ihnen das Wissen zu vermitteln, das Profis nutzen, um ihre Ergebnisse zu maximieren.
Die drei Filtertypen: Welcher ist der richtige für Sie?

HOCHWERTIGE ALLROUND-FILTER
Scheibenfilter
Das Prinzip: Besteht aus gestapelten Kunststoffscheiben mit feinen Rillen. Wasser fließt durch, Partikel bleiben hängen. Reinigung durch Abspülen der Scheiben.
Ideal für: Brunnenwasser mit organischen Partikeln (Algen), Tropfbewässerung (Hausgarten und Gartenbau)
Feinheit: 40 - 200 Mesh
Typische Produkte: Azud Scheibenfilter, Netafim Arkal Scheibenfilter
Vorteile: Sehr effektiv bei organischen Partikeln, Kompakt, günstig
- Nachteile: Regelmäßige manuelle Reinigung nötig, Bei viel Sand weniger geeignet

SAND EFFEKTIV BESEITIGEN
Sandfilter
Das Prinzip: Wasser fließt durch einen Tank mit Filtersand. Reinigung durch automatische Rückspülung. Nutzt Zentrifugalkraft, um schwere Partikel (Sand) abzuscheiden. Leichte Partikel werden nicht gefiltert.
Ideal für: Brunnenwasser mit hohem Sandanteil, Große Anlagen (Landwirtschaft, Sportplätze), aber auch Hausgärten, Als Vorfilter vor einem Scheibenfilter
Größen: 1" - 4"
Typische Produkte: Hydrozyklonfilter (Sandfang)
Vorteile: Sehr hohe Filterkapazität, Automatische Rückspülung möglich, Für große Durchflussmengen geeignet, Wartungsfrei (keine beweglichen Teile), Sehr effektiv bei Sand
- Nachteile: Filtert nur schwere Partikel (kein Ersatz für Scheibenfilter), Nur bedingt als Einzelfilter geeignet

DIE EINFACHE MÖGLICHKEIT
Siebfilter (Privatbereich)
Das Prinzip: Besteht zylindrischem Meshgewebe unterschiedlicher Weite in einer Patrone. Einfache Lösung mit mittlerer Filterleistung.
Ideal für: Brunnenwasser mit organischen Partikeln (Algen), Tropfbewässerung (Hausgarten und Gartenbau)
Feinheit: Unterschiedlich
Typische Produkte: Azud oder Netafim Siebfilter
Vorteile: Effektiv bei organischen Partikeln, Kompakt, sehr günstig
- Nachteile: Eher als grober Vor- oder Zwischenfilter, Regelmäßige manuelle Reinigung nötig, Bei viel Sand weniger geeignet
Entscheidungshilfe: Der richtige Filter für Ihre Wasserquelle
Beachten Sie, das Eisen, Kalk oder Mangan Bestandteile des Wassers sind und somit durch eine Filterung nicht entfernt werden können. Die Erfahrung zeigt aber, das der Einsatz von Filtern die Belastung durch den Eintrag dieser Bestandteile mindert.
Warum Filterung?
Schutz vor Verstopfung und teuren Ausfällen
Wasser ist nicht gleich Wasser. Selbst klares Leitungswasser enthält Partikel (Rost, Kalk). Brunnenwasser kann Sand, Eisen und Algen enthalten. Regenwasser aus Zisternen hat oft organische Rückstände. All diese Partikel können Ihre Bewässerungsanlage verstopfen – besonders Tropfer und Sprühdüsen mit ihren feinen Öffnungen.
Ein Filter ist deshalb keine Option, sondern Pflicht – besonders bei Tropfbewässerung. Die Investition in einen guten Filter spart Ihnen tausende Euro an Reparaturen und Ersatzteilen. Faustregel: Je feiner die Düsen/Tropfer, desto feiner muss der Filter sein.
Die Feinheit eines Filters wird in Mesh oder Mikron angegeben. Je höher die Mesh-Zahl (und je kleiner die Mikron-Zahl), desto feiner der Filter:
- 50 Mesh = 300 Mikron (grob, für Getrieberegner)
- 120 Mesh = 130 Mikron (mittel, für Sprühregner und einfache Tropfer)
- 200 Mesh = 75 Mikron (fein, für professionelle Tropfbewässerung)

Was ist Fertigation? Wasser und Dünger in einem Schritt
Fertigation (ein Kofferwort aus "Fertilization" und "Irrigation") ist die Technik, flüssigen Dünger direkt ins Bewässerungswasser einzuspeisen. Statt mühsam von Hand zu düngen, bekommen Ihre Pflanzen bei jeder Bewässerung eine kleine, präzise Dosis an Nährstoffen – genau dann, wenn sie es brauchen.
Die Vorteile sind enorm, besonders im professionellen Anbau:
- Höhere Erträge: Konstante Nährstoffversorgung führt zu besserem Wachstum.
- Weniger Düngerverbrauch: Bis zu 50% Einsparung, da der Dünger direkt an die Wurzel kommt.
- Zeitersparnis: Kein manuelles Düngen mehr nötig.
- Flexibilität: Nährstoffzusammensetzung kann jederzeit an die Wachstumsphase angepasst werden.
Manuelles Düngen
Granulat wird gestreut, viel geht verloren
Fertigation
Nährstoffe gehen mit dem Wasser direkt an die Wurzel
Die zwei Dosiersysteme: Proportional vs. Computergesteuert
Proportionale Dosierer (z.B. Mixrite)
Der Dosierer wird in die Wasserleitung eingebaut und arbeitet rein mechanisch, angetrieben durch den Wasserdruck. Er saugt eine eingestellte Menge Dünger-Stammlösung an (z.B. 1%) und mischt sie proportional zum durchfließenden Wasser. Fließt mehr Wasser, wird mehr Dünger zudosiert – immer im gleichen Verhältnis.
Ideal für:
- Gartenbau, Baumschulen, GaLaBau
- Ambitionierte Hausgärten
- Anlagen ohne Stromanschluss
- Vorteile:
- Sehr zuverlässig und langlebig
- Kein Stromanschluss nötig
- Einfache Installation und Bedienung
- Günstiger als computergesteuerte Systeme
- Nachteile:
- Keine automatische Anpassung von EC/pH-Wert
- Nur eine Stammlösung gleichzeitig
- Typische Produkte:
- Netafim Mixrite
Computergesteuerte Düngeeinheiten
Ein Computer steuert mehrere Pumpen, die verschiedene Dünger-Stammlösungen (A, B, Säure, Lauge) in einen Mischbehälter pumpen. Sensoren messen ständig den EC-Wert (Nährstoffkonzentration) und den pH-Wert des Wassers und passen die Dosierung in Echtzeit an.
Ideal für:
- Professionelle Gewächshäuser (Tomaten, Gurken, Blumen)
- Hydroponik und Substratkulturen
- Forschungseinrichtungen
- Vorteile:
- Höchste Präzision (EC/pH-Steuerung)
- Mehrere Dünger gleichzeitig dosierbar
- Automatische Anpassung an Rezepte
- Detailliertes Reporting
- Nachteile:
- Verhältnismäßig teuer
- Komplexe Installation und Bedienung
- Stromanschluss und Fachkenntnisse nötig
- Typische Produkte:
- Netafim Fertikit, Netafim Growsphere
Interessantes zu Filterung und Düngung
Häufig gestellte Fragen zu Filterung und Düngung
Ja, auch Leitungswasser sollte gefiltert werden. Es enthält oft Rostpartikel von alten Rohren. Ein einfacher Inline-Filter (120 Mesh) reicht meist aus.
Eisen (Ocker) ist ein großes Problem, da es Filter und Tropfer schnell verstopft. Die Lösung: Das Wasser belüften (z.B. über einen Wasserfall in die Zisterne plätschern lassen), damit das Eisen oxidiert und ausfällt. Danach kann es mit einem Sandfilter oder Scheibenfilter entfernt werden.
Nein, Sie müssen spezielle, vollständig wasserlösliche Dünger verwenden (z.B. Hakaphos, Universol). Normaler Gartendünger (Granulat) löst sich nicht vollständig und würde das System verstopfen.
Für einen normalen Ziergarten meist nicht. Aber wenn Sie einen großen Gemüsegarten, viele Kübelpflanzen oder ein kleines Gewächshaus haben, kann sich die Investition (ca. 300-400 Euro) durch Zeitersparnis und bessere Erträge lohnen.
- EC-Wert (Electrical Conductivity): Misst die Konzentration der gelösten Salze (also die Düngermenge) im Wasser.
- pH-Wert: Misst, wie sauer oder basisch das Wasser ist. Beeinflusst die Nährstoffaufnahme der Pflanzen.
Dosatron- oder Mixrite Geräte sind sehr wartungsarm. Einmal pro Jahr sollten die Dichtungen geprüft und ggf. ausgetauscht werden. Ein Dichtungssatz kostet ca. 30-50 Euro.
7 Praxis-Tipps für Filterung und Düngung
Lassen Sie Ihr Wasser analysieren, bevor Sie einen Filter kaufen. Besonders bei Brunnenwasser sind Eisen, Mangan und der pH-Wert entscheidend für die Wahl des richtigen Filters und Düngers.
Der Filter muss immer VOR dem Düngerdosierer installiert werden. So schützen Sie die feine Mechanik des Dosierers vor Partikeln.
Verwenden Sie nur vollständig wasserlösliche Dünger. Mischen Sie die Stammlösung in einem separaten Tank an und rühren Sie gut um, bis sich alles gelöst hat. Ungelöste Partikel können den Dosierer verstopfen.
Installieren Sie ein Rückschlagventil nach dem Dosierer. Das verhindert, dass Düngerlösung zurück in die Hauptwasserleitung gelangt (wichtig bei Anschluss an Trinkwasser).
Ein verstopfter Filter reduziert den Durchfluss und kann die Funktion des Dosierers beeinträchtigen. Reinigen Sie Scheibenfilter alle 2-4 Wochen.
Auch bei einfachen Dosierern: Messen Sie regelmäßig den EC- und pH-Wert des ausgebrachten Wassers mit einem Handmessgerät. So können Sie die Dosierung kontrollieren und anpassen.
Lassen Sie nach dem Düngevorgang noch einige Minuten klares Wasser durch die Leitungen laufen. Das spült Düngerreste aus den Tropfern und verhindert Verstopfungen und Algenwachstum.
Netafim
Netafim bietet das komplette Paket aus Tropfbewässerung, Filterung und computergesteuerter Düngung. Ihre NetaJet-Systeme sind die High-End-Lösung für professionelle Anwendungen, z.B. Gewächshäuser.
Wie geht es weiter?
Sie haben jetzt ein gutes Verständnis für verschiedene Filter- und Düngesysteme. Wählen Sie den nächsten Schritt, der zu Ihnen passt:
