Zuletzt aktualisiert am 18.09.2026
Automatische Bewässerungsanlagen sind die effizienteste und effektivste Art, Rasen, Beete und Bäume im eigenen Garten mit Wasser zu versorgen. Sie stärken damit nachhaltig das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen. Doch das Wasser dafür kommt häufig aus der Trinkwasserleitung und kostet Geld. Ist es da nicht sinnvoll, in einer Zisterne Regenwasser zu sammeln und dieses Wasser für die Bewässerung zu verwenden?
RATGEBER-ÜBERSICHT
Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Automatische Bewässerung: Systeme, Technik und Planung im Überblick – dort finden Sie alle Beiträge zum Thema im Zusammenhang.
Was eine Zisterne leisten kann – und was nicht
Der zusätzliche Wasserbedarf hängt von Fläche, Bepflanzung, Boden, Wetter und nutzbarem Regen ab. Ob sich eine Zisterne wirtschaftlich lohnt, hängt von nutzbarem Regenwasserertrag, eingesparten Gebühren sowie Bau- und Betriebskosten ab: Sie ist ein Puffer und kein Ersatz für den Wasseranschluss. Zur Anlage gehören ein Notüberlauf, ein Füllstandssensor, bei Bedarf eine Trinkwassernachspeisung über einen geeigneten freien Auslauf, eine passende Pumpe und ein Filter. Wer das von Anfang an einplant, bekommt in der Regel weiches Regenwasser und spart Trinkwasser; wer nur den Tank kauft, steht im August vor einem leeren Speicher.
In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie moderne Regenwassersysteme (Zisternen) funktionieren und erläutern, welche Rolle sie bei der Gartenbewässerung spielen können und wie viel Wasser und Kosten man damit sparen kann.
Allgemeine Informationen zum Thema automatische Bewässerung finden Sie hier
Grundlagen: So funktioniert eine Zisterne
Zisternen stehen meist unter der Erde
Das Regenwasser vom Dach schnell und einfach nutzen. In der Realität ist es etwas komplizierter. Zunächst einmal ist die Zisterne, anders als eine Regentonne, meistens unterirdisch verbaut, denn sie benötigt viel mehr Platz.
Klar ist also: Es muss ziemlich sicher gebaggert werden.
Der Aufwand sollte also nicht unterschätzt werden, weil zum Beispiel Zisternen aus Beton tonnenschwer sind und für das Entladen und Einsetzen Spezialgeräte benötigen. Letztlich muss auch der Bodenaushub irgendwo hin, denn eine Zisterne ist ein Hohlkörper und damit ein großes Volumen an Erde überschüssig.
Kanalsystem anschließen und auf Regen warten
Alle Zisternen bieten Anschlüsse, um handelsübliche Kunststoff-Kanalrohre anzuschließen. Wenn alle Fallrohre an dieses Netz angeschlossen sind, freut man sich auf den nächsten Regen. Denn dann erhält man für die ganze Mühe den Lohn von kostenlosem Wasser.
Sie benötigen einen Notüberlauf
Es kann aber nicht nur zu wenig Wasser in die Zisterne laufen, sondern auch zu viel. Wenn die Zisterne voll ist, muss zusätzliches Regenwasser ablaufen. Das geht entweder über den öffentlichen Abwasserkanal, wobei mögliche Auflagen Ihres Abwasserverbands berücksichtigt werden müssen. Oder alternativ über eine Rigole. Eine Rigole ist eine Vorrichtung, die Wasser in der Erde versickern lässt.
Die Pumpe vor Trockenlauf schützen
Gleichzeitig ist es für die Pumpe erforderlich, dass der Füllstand der Zisterne während des Pumpenbetriebs nicht unter das für die Pumpe zulässige Niveau sinkt. Ein Trockenlaufschutz schaltet die Pumpe bei Wassermangel ab. Die Ansaugung muss außerdem so angeordnet sein, dass möglichst wenig Bodensatz angesaugt wird.
Bei Wassermangel kann die Bewässerung aussetzen. Soll sie weiterlaufen, ist eine passend ausgelegte Ersatzversorgung nötig. Eine Trinkwassernachspeisung muss über einen geeigneten freien Auslauf vom Zisternenwasser getrennt sein; eine direkte Verbindung ist unzulässig.
Doch aufgepasst beim Anschließen an die Leitung: Den Anschluss einer Zisterne an die Trinkwasserversorgung darf nur ein Installateur vornehmen, denn es darf später unter keinen Umständen Stauwasser aus der Zisterne zurück in die Trinkwasserleitung gelangen.
Automatische Nachspeisung einer Zisterne
Die Verwendung von Trinkwasser für das Nachfüllen ist an sich kein Problem, sofern die Anlage fachgerecht getrennt ist und eine zusätzliche Versorgung gewünscht wird. Eine automatische Nachspeisung benötigt eine geeignete Füllstandserfassung und Steuerung. Sie ist optional; der Trockenlaufschutz bleibt erforderlich.
Der Sensor muss gewartet werden
Damit der Sensor ordnungsgemäß funktioniert, muss er nach den Vorgaben des Herstellers regelmäßig kontrolliert werden. Dabei sind auch Abschaltung, Überlauf und gegebenenfalls Nachspeisung zu prüfen. Ein fehlerhafter Sensor kann sonst entweder dazu führen, dass die Zisternenpumpe Schaden nimmt, weil der Wasserstand zu weit absinkt. Oder das Befüllen aus dem Wassernetz wird gar nicht mehr abgebrochen und das kostbare Wasser läuft über längere Zeit direkt in den Abfluss. Das kann teuer werden!
Zwischenfazit: Zisternen sind komplexe Anlagen
Wenn man die notwendigen Erdarbeiten, die Zisternenpumpe, den Sensor für den Füllstand, den Notüberlauf und das Filtersystem berücksichtigt, hat eine Zisterne plötzlich gar nicht mehr so viel mit einer Regentonne gemein. Tatsächlich sind der Einbau, der Betrieb und die Wartung mit erheblichem Aufwand und laufenden Kosten verbunden.
Vor die Bewässerung gehört bei Zisternenwasser ein Filter, der Schwebstoffe und Feinanteile zurückhält, bevor sie Tropfer und Düsen erreichen. Filterfeinheit und Größe richten sich nach Wasserqualität, Durchfluss und den Vorgaben der angeschlossenen Tropfer oder Regner. Passende Modelle können Sie unter Scheibenfilter finden.
Unsere Hersteller für die Bewässerung aus der Zisterne
Wie groß muss eine Zisterne für die Gartenbewässerung sein?
Idealerweise passt in die Zisterne so viel Wasser, dass in regenreichen Zeiten so viel davon gespeichert werden kann, dass es für die Zeiten reicht, in denen es wenig regnet, aber viel Wasser für die Bewässerung benötigt wird.
Faktor 1: Der Wasserbedarf
Rechenbeispiel: Werden für 250 m² zusätzlich 20 Liter je Quadratmeter und Woche benötigt, sind das 5.000 Liter pro Woche. Für zwei solche Wochen ohne Zufluss wären 10.000 Liter nutzbares Speichervolumen nötig. Diese Annahme ist kein allgemeiner Jahresbedarf; Pflanzenbedarf und nutzbarer Regen müssen für den Standort ermittelt werden.
Die Realität sieht so aus: Für längere Trockenphasen kann der Speicher zu klein sein, wenn zuvor nicht genügend nutzbares Regenwasser gesammelt wurde. Je nach Bedarf wird trotz Zisterne zusätzliches Trinkwasser oder Brunnenwasser für die Bewässerung benötigt.
In längeren Phasen intensiven Niederschlags, wo dann ja auch kein Wasser für die Bewässerung benötigt wird, läuft die Zisterne über. Man kann also nicht damit rechnen, dass man den gesamten jährlichen Niederschlag über die Zisterne auch wirklich nutzen kann.
Faktor 2: Die Dachgröße
Ein größerer Speicher bietet mehr Puffer, verursacht aber zusätzliche Kosten. Seine Größe muss zum Wasserbedarf und zum nutzbaren Regenwasserertrag der angeschlossenen Dachfläche passen. Denn von der Fläche des Hausdaches hängt ab, wie viel Regenwasser bei Niederschlag überhaupt gesammelt werden kann.
Faktor 3: Der Niederschlag
Mit wie viel Niederschlag kann man rechnen? Die Jahresmenge an Niederschlag in Deutschland lag 2021 etwa bei 800 Liter pro Quadratmeter, also etwa 65 Liter pro Monat.
Aber: Wer mit Durchschnittswerten rechnet, kalkuliert die unregelmäßige Verteilung der Niederschläge nicht mit ein.
Zwischenfazit: Zisternen sind Puffer, aber kein kompletter Ersatz für den Wasseranschluss
Um auch für extreme Wetterphasen (Trockenheit oder Starkregen) gerüstet zu sein, würde man eine unwirtschaftlich große Speichermenge benötigen. Zisternen sind also eher ein Puffer, der den Bedarf an Wasser aus dem Netz verringern kann. Aber sie können unter realistischen Bedingungen nicht komplett die Wasserentnahme aus dem Trinkwassernetz oder einem Brunnen ersetzen.
Welche Vorteile hat eine Zisterne für die Gartenbewässerung?
An dieser Stelle ist klar, dass eine Zisterne eine relativ komplexe Anlage ist und gleichzeitig den Bedarf an Frischwasser für die Gartenbewässerung in der Regel zwar reduzieren, aber nicht ersetzen kann. Zeit, einen Blick auf die Vorteile einer Zisterne zu werfen.
Trinkwasser sparen und Kosten vergleichen
Die Grundidee einer Zisterne ist simpel und einleuchtend, denn Regenwasser ist kostenlos und kann bei der Bewässerung kostbares Trinkwasser einsparen. Das ist nicht nur sehr ökologisch, sondern spart auch bares Geld: Denn nicht nur die Wasserkosten sinken, sondern auch die Niederschlagswassergebühr (abhängig von der Regelung in Ihrer Kommune).
Regenwasser ist gut für die Pflanzen
Regenwasser ist sehr gut für die Bewässerung von Pflanzen geeignet. Das hängt mit physikalischen Eigenschaften wie Wasserhärte und chemischen Eigenschaften wie der Freiheit von Chlor und anderen Zusätzen zusammen. Die Eignung hängt auch von Dachmaterial, Verschmutzung, Lagerung und Pflanzenansprüchen ab. Gesammeltes Regenwasser ist nicht automatisch frei von Schadstoffen.
Regenwasser lässt sich auch für andere Zwecke nutzen
Regenwasser aus Zisternen lässt sich nicht nur für die Gartenbewässerung nutzen. Klassische Einsatzgebiete sind außerdem die Toilettenspülung und die Waschmaschine. Solche Szenarien setzen aber die entsprechenden Änderungen an der Installation am Haus voraus. Regenwasser kann nämlich nicht überall das Wasser aus der Leitung ersetzen: Wasserhähne, Dusche und Bad brauchen unbedingt Trinkwasser. Die Regenwasser-Installation muss also zusätzlich zur Trinkwasserversorgung erfolgen.
Trotzdem: Je mehr das Regenwasser genutzt wird, desto mehr Kosten lassen sich einsparen. Und die Menge an Wasser, die in niederschlagsreichen Zeiten ungenutzt in den Notüberlauf fließt, verringert sich.

Fazit: Vor- und Nachteile von Zisternen zur Bewässerung
Regenwassertanks zu nutzen, um Regenwasser zu speichern und später für die Gartenbewässerung zu nutzen, ist im Prinzip eine gute Idee. Die Zisterne kann Trinkwasser einsparen. Ob sie auch die Gesamtkosten senkt, muss für die konkrete Anlage berechnet werden. Allerdings sind Einbau, Betrieb und Wartung einer Zisterne mit erheblichem Aufwand verbunden.
Die Frage, ob eine Zisterne für die automatische Bewässerung in Ihrem Garten sinnvoll ist, müssen Sie also differenziert betrachten. Der Nutzen einer Zisterne steigt aber auf jeden Fall, wenn das Regenwasser auch im Haushalt verwendet wird. Zum Beispiel für die Toilettenspülung. Die verschiedenen Faktoren gegeneinander abzuwägen und einzuschätzen, ob eine Zisterne am Ende wirklich ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, ist für Laien nicht einfach.
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Über den Autor: Jürgen Hackländer
Geschäftsführer von aqua.naturale Beregnung. Jürgen Hackländer kommt aus dem Handwerk und arbeitet bis heute selbst mit den Produkten, die er empfiehlt — seit über 25 Jahren, mit mittlerweile mehr als 15.000 zufriedenen Kunden. Durch regelmäßige Schulungen und ständigen Kontakt zu den Herstellern bleibt er technisch auf dem neuesten Stand.
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Häufige Fragen
Der zusätzliche Wasserbedarf hängt von Fläche, Bepflanzung, Boden, Wetter und nutzbarem Regen ab. Die Speichergröße wird aus diesem Bedarf, dem verfügbaren Dachablauf und der zeitlichen Verteilung des Regens ermittelt. Eine pauschale Mindestgröße passt nicht zu jedem Garten.
Eine Tauchdruckpumpe oder ein Hauswasserwerk, dessen Fördermenge zum größten Bewässerungskreis passt – entscheidend sind die Summe der Düsendurchflüsse, der erforderliche Regnerdruck, Höhenunterschiede und sämtliche Druckverluste. Die Pumpe muss zur Anlage geplant werden, nicht umgekehrt.
Ja. Vor der Zisterne sitzt ein Laubfilter im Zulauf, nach der Pumpe ein Feinfilter, damit Regner und vor allem Tropfer nicht verstopfen. Die erforderliche Filterfeinheit richtet sich nach den Herstellervorgaben der Tropfer und der Wasserqualität.
Ein geeigneter Trockenlaufschutz stoppt die Pumpe bei Wassermangel. Eine optionale automatische Trinkwassernachspeisung muss über einen geeigneten freien Auslauf erfolgen und ersetzt die erforderlichen Schutzfunktionen nicht.
Regenwasser ist in der Regel weich. Eine mögliche Verringerung der Niederschlagswassergebühr richtet sich nach den örtlichen Regelungen. Dem stehen die Kosten für Behälter, Erdarbeiten, Pumpe und Filter gegenüber. Bei ohnehin geplanten Erdarbeiten können die zusätzlichen Baukosten geringer ausfallen. Die Wirtschaftlichkeit muss trotzdem anhand von Ertrag, Bedarf und sämtlichen Kosten geprüft werden.