FILTERUNG & DÜNGERDOSIERUNG
Filterung und Düngerdosierung für Bewässerungsanlagen
Zwei Dinge entscheiden über die Lebensdauer einer Anlage und den Ertrag einer Kultur: sauberes Wasser und eine gleichmäßige Nährstoffversorgung. Wir zeigen, welcher Filter zu Ihrer Wasserquelle passt und wann sich Düngung über die Anlage lohnt – mit Netafim und Azud ab Lager Neuss.
AUF EINEN BLICK
Das Wichtigste auf einen Blick
Filter ist Pflicht
Leitungswasser bringt Rost und Kalk, Brunnenwasser Sand und Eisen, Zisternenwasser Blätter und Pollen – alles verstopft Tropfer und Düsen.
Drei Filtertypen
Scheibenfilter für organische Partikel, Hydrozyklon gegen Sand, Siebfilter als einfacher Vor- oder Zwischenfilter im Privatgarten.
Fertigation
Dünger mit dem Bewässerungswasser direkt an die Wurzel – laut Netafim-Herstellerangaben mit bis zu 40 % weniger Düngereinsatz.
Netafim und Azud
Scheiben- und Sandfilter, MixRite-Dosierer und Düngezentralen aus einer Hand, ausgelegt nach Wasseranalyse und Durchflussmenge.
FÜR WEN SICH DAS LOHNT
Für wen Filter und Düngerdosierung wichtig sind
Hausgärten mit Brunnen oder Zisterne
Wer nicht mit Leitungswasser bewässert, braucht vor jeder Tropfleitung einen Filter. Ein Scheibenfilter hält Algen, Blätter und Eisenflocken zurück, bei Sand im Brunnenwasser kommt ein Hydrozyklon davor – sonst sind die Tropfer nach einer Saison dicht.
Gartenbau, Baumschule, GaLaBau
Container, Beetkulturen und Neupflanzungen wachsen gleichmäßiger, wenn Dünger mit jeder Bewässerung kommt. Ein wasserbetriebener Dosierer wie Netafim MixRite braucht keinen Strom und dosiert immer im gleichen Verhältnis zum Durchfluss.
Gewächshaus und Landwirtschaft
Substratkulturen und Hydroponik verlangen Rezepturen, die nach Wachstumsphase wechseln: Düngezentralen mit EC- und pH-Regelung mischen mehrere Stammlösungen und dokumentieren jede Gabe – davor eine automatisch rückspülende Filterbatterie.
ENTSCHEIDUNGSHILFE
Der richtige Filter für Ihre Wasserquelle
Der Filter richtet sich nach dem, was im Wasser ist – und nach der feinsten Öffnung in der Anlage. Je feiner die Tropfer und Düsen, desto feiner muss der Filter sein.
Wasserquelle | Problem | Empfohlener Filter | Begründung |
Leitungswasser | Rost, Kalk | Sieb- oder Scheibenfilter, 120 Mesh | Wasser ist vorgereinigt, der Filter fängt Rostpartikel aus alten Rohren |
Regenwasser (Zisterne) | organische Partikel: Blätter, Pollen, Algen | Scheibenfilter, 120–200 Mesh | Scheiben halten organische Partikel besonders zuverlässig zurück |
Brunnenwasser, wenig Sand | Eisen, Mangan, organische Stoffe | Scheibenfilter, 120–200 Mesh | Allround-Lösung, regelmäßig zu reinigen |
Brunnenwasser, viel Sand | hoher Sandanteil | Hydrozyklon, dahinter Scheibenfilter | erst den Sand abscheiden, dann fein filtern |
Brunnenwasser, Erwerbsbetrieb | große Mengen, Sand, organische Stoffe | automatisch rückspülende Filterbatterie | hohe Kapazität, Reinigung ohne Handarbeit |
Eisen, Kalk und Mangan sind im Wasser gelöst und lassen sich durch Filterung nicht entfernen; Filter mindern aber die Belastung durch Ablagerungen, die daraus entstehen. Den Brunnen selbst baut der Brunnenbauer – wir planen ab Brunnenkopf.
DREI FILTERTYPEN
Scheibenfilter, Hydrozyklon oder Siebfilter?
Drei Bauarten decken fast alle Anlagen ab. Oft ist die Kombination sinnvoll: Hydrozyklon gegen den Sand, Scheibenfilter für alles Feine dahinter.
Scheibenfilter
Gestapelte Kunststoffscheiben mit feinen Rillen: Wasser fließt hindurch, Partikel bleiben in den Rillen hängen. Reinigung durch Abspülen der Scheiben. Typisch Azud und Netafim Arkal, 40 bis 200 Mesh. Für Brunnen- und Zisternenwasser mit organischen Partikeln, kompakt und wirksam – bei viel Sand nur mit Vorfilter.
ScheibenfilterSandfilter / Hydrozyklon
Ein trichterförmiger Körper nutzt die Fliehkraft: schwere Partikel wie Sand werden nach außen und unten abgeschieden, leichte bleiben im Wasser. Reinigung über einen Ablass oder automatische Rückspülung, Größen von 1 bis 4 Zoll. Für sandhaltiges Brunnenwasser und große Anlagen – kein Ersatz für den Scheibenfilter.
SandfilterSiebfilter
Zylindrisches Gewebe in einer Patrone, die einfache Lösung mit mittlerer Filterleistung. Für Leitungswasser und kleine Tropfanlagen im Privatgarten oder als Vor- und Zwischenfilter. Kompakt und günstig, muss regelmäßig gereinigt werden, bei viel Sand ungeeignet.
SiebfilterFILTERFEINHEIT
Mesh und Mikron: wie fein muss der Filter sein?
Die Feinheit eines Filters wird in Mesh (Maschen je Zoll) oder Mikron angegeben – je höher die Mesh-Zahl, desto feiner. Als Orientierung: 50 Mesh entsprechen etwa 300 Mikron und reichen für Getrieberegner, 120 Mesh etwa 130 Mikron für Sprühdüsen und einfache Tropfer, 200 Mesh etwa 75 Mikron für Tropfleitungen im Erwerbsanbau. Der Filter muss feiner sein als die kleinste Öffnung in der Anlage, sonst wandert der Schmutz bis zum Tropfer.
Der Filter sitzt immer hinter der Übergabestelle und vor dem Düngerdosierer, damit dessen Mechanik sauber bleibt. Bei Brunnen- und Zisternenwasser sind Scheibenfilter alle zwei bis vier Wochen dran, bei Leitungswasser reicht die Kontrolle zum Saisonstart und zur Einwinterung. Ein verstopfter Filter senkt den Durchfluss – fallender Druck an den Regnern ist meist das erste Zeichen.
Bei Brunnenwasser lohnt vor dem Kauf eine Wasseranalyse: Eisen, Mangan und pH-Wert entscheiden über Filter und Düngerwahl. Wasserzähler, Hausanschluss und Rückflusssicherung am Trinkwassernetz sind Sache des Sanitärfachbetriebs; wir planen ab der Übergabestelle im Garten.

TEIL 2 – DÜNGERDOSIERUNG
Fertigation: Wasser und Dünger in einem Schritt

Fertigation (aus „Fertilization“ und „Irrigation“) speist wasserlöslichen Dünger in das Bewässerungswasser ein. Statt einmal im Frühjahr zu streuen, bekommen die Pflanzen mit jeder Bewässerung eine kleine Dosis Nährstoffe direkt an die Wurzel. Das bringt gleichmäßigeres Wachstum, spart die Handarbeit und senkt den Düngereinsatz laut Netafim-Herstellerangaben um bis zu 40 %, weil nichts auf die Fläche gestreut und ausgewaschen wird.
Der proportionale Dosierer ist die einfachste Form: Ein Gerät wie Netafim MixRite wird vom Wasserdruck angetrieben, saugt eine eingestellte Menge Stammlösung an – etwa 0,3 bis 2 Prozent – und mischt sie im festen Verhältnis zum Durchfluss. Kein Strom, keine Elektronik, wenig Wartung. Für Baumschulen, Containerflächen, GaLaBau und ambitionierte Gemüsegärten reicht das aus.
In der Praxis gilt: nur vollständig wasserlösliche Dünger verwenden, die Stammlösung in einem eigenen Tank anmischen und gut rühren, nach dem Düngen einige Minuten klares Wasser nachlaufen lassen, damit keine Reste in den Tropfern bleiben.
ZWEI DOSIERSYSTEME
Proportionaler Dosierer oder Düngezentrale?
Beide bringen Dünger ins Wasser, aber mit sehr unterschiedlichem Aufwand. Die Düngezentrale lohnt sich erst, wenn Rezepturen wechseln und EC- und pH-Wert geregelt werden müssen.
Kriterium | Proportionaler Dosierer (Netafim MixRite) | Düngezentrale (Netafim FertiKit, GrowSphere) |
Antrieb | Wasserdruck, kein Strom | Strom, Computer, Pumpen |
Dosierung | eine Stammlösung, festes Verhältnis zum Durchfluss | mehrere Stammlösungen (A, B, Säure), EC und pH geregelt in Echtzeit |
Ideal für | Baumschule, Container, GaLaBau, Gemüsegarten, Anlagen ohne Strom | Gewächshaus, Substratkultur, Hydroponik, Forschung |
Bedienung | Dosierrate am Gerät einstellen | Rezepte und Zeitpläne am Computer, Reporting |
Grenzen | keine automatische EC/pH-Anpassung | Investition, Installation und Fachkenntnis nötig |
Für Düngezentralen planen wir zusammen mit Netafim; Filterbatterie, Dosierung und Steuerung werden auf Ihre Kultur ausgelegt – mehr zu Netafim.
AUS UNSEREM ONLINESHOP
Bausteine aus unserem Lager
Scheibenfilter, Hydrozyklon und MixRite-Dosierer, die wir am häufigsten einsetzen. Größe und Feinheit legen wir nach Durchflussmenge und Wasseranalyse fest.
Preise inkl. MwSt. Für Projektmengen erstellen wir ein Angebot mit Staffelpreisen.
KOSTEN UND EHRLICHE EINORDNUNG
Was Filter und Düngerdosierung kosten
Ein Sieb- oder Scheibenfilter für den Hausgarten ist ein kleiner Posten im Materialpaket, das für einen normalen Hausgarten bei 1.300 bis 3.500 Euro liegt. Hydrozyklon, Filterbatterie und Dosierer werden nach Durchflussmenge dimensioniert; ein konkretes Angebot gibt es nach Erstberatung und Kenntnis der Wasserquelle, die Einzelpreise stehen im Onlineshop.
Ehrlich eingeordnet: Für einen reinen Ziergarten mit Leitungswasser braucht es keinen Düngerdosierer. Er lohnt sich bei großem Gemüsegarten, vielen Kübelpflanzen, einem kleinen Gewächshaus oder im Erwerbsanbau – überall dort, wo heute regelmäßig von Hand gedüngt wird.
FAQ
Häufige Fragen zu Filterung und Düngung
IHR PROJEKT
Welcher Filter passt zu Ihrem Wasser?
Schicken Sie uns Wasserquelle, Fläche und – wenn vorhanden – eine Wasseranalyse. Wir melden uns mit einer Empfehlung für Filter und Dosierung und sagen ehrlich, ob sich Fertigation bei Ihnen lohnt.