Veröffentlicht am 10.10.2026
Kennen Sie den Regner, der jeden Abend pünktlich die Terrasse wäscht, während zwei Meter daneben der Rasen vergilbt? Meist ist er nicht kaputt, sondern nur falsch eingestellt – oder er wurde richtig eingestellt und danach vom Rasenmäher verdreht. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Hunter-Regner einstellen: welcher Anschlag fest ist, wie viel Grad eine Umdrehung des Schlüssels bringt, wie weit Sie die Wurfweite kürzen dürfen und wann eine andere Düse die bessere Lösung ist. Wie Sie das Steuergerät programmieren, also Startzeiten und Laufzeiten, steht in unserem Beitrag Bewässerungsanlage richtig einstellen. Hier geht es um die Mechanik am Regner selbst.
RATGEBER-ÜBERSICHT
Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Versenkregner: Welcher Regner gehört in welchen Rasen? – dort finden Sie alle Beiträge zum Thema im Zusammenhang.
Rechts fest, links frei – die Kurzfassung
Bei Hunter-Getrieberegnern wie PGP Ultra, I-20 und PGJ ist der rechte Anschlag fest, die linke Kante stellen Sie mit dem Schlüssel ein. Erst den Kopf gegen den Uhrzeigersinn bis zum Stopp drehen, dann im Uhrzeigersinn bis zum festen rechten Stopp, den Regner so ausrichten, dass die Düse auf die rechte Flächengrenze zeigt, und dann den Sektor öffnen: 90 Grad je volle Schlüsselumdrehung. Die Wurfweite kürzen Sie um höchstens etwa 25 Prozent, sonst gehört eine kleinere Düse hinein. Beim MP Rotator ist es umgekehrt, dort ist die linke Kante fest – und bei Rain Bird ebenfalls.
Warum der rechte Anschlag der Ausgangspunkt ist
Ein Teilkreisregner dreht zwischen zwei Anschlägen hin und her. Laut Hunter bleibt bei den Getrieberegnern der rechte Anschlag beim Einstellen an derselben Stelle, verstellt wird nur die linke Seite. Das entscheidet über die Reihenfolge: Wer zuerst die rechte Kante auf die Grenze der Fläche legt, muss danach nur noch aufdrehen.
Ab Werk kommen die Hunter-Getrieberegner mit etwa 180 Grad. Einstellen lässt sich der Sektor mit oder ohne Wasser, am bequemsten vor dem Einbau, solange der Regner noch in der Hand liegt. Dabei gilt eine Regel, die wir gar nicht oft genug wiederholen können: Den Anschlag nie mit Gewalt überdrehen! Laut Hunter können dabei Teile des Getriebes brechen, und dann hilft auch kein Schlüssel mehr.
Getrieberegner einstellen: PGP Ultra, I-20 und PGJ
So gehen Sie bei den Hunter-Getrieberegnern für den Hausgarten vor, laut Hunter-Anleitung zur PGP-Reihe:
Den Aufsteiger mit den Fingerschlaufen des Hunter-Schlüssels hochziehen und festhalten.
Den Kopf von Hand gegen den Uhrzeigersinn bis zum Stopp drehen. Ist er mitten in einem Umlauf, diesen erst beenden.
Dann im Uhrzeigersinn bis zum Stopp drehen. Das ist der feste rechte Anschlag. Den Kopf dort halten.
Prüfen, ob die Düse jetzt auf die rechte Grenze der Fläche zeigt, also etwa die Terrassenkante oder den Weg. Wenn nicht, den Regner im Boden entsprechend drehen.
Das Kunststoffende des Schlüssels in die Sektorschraube stecken. Jede volle Umdrehung ändert den Sektor um 90 Grad: im Uhrzeigersinn größer, gegen den Uhrzeigersinn kleiner. Am Ende dreht der Schlüssel nicht weiter oder ratscht – dann aufhören.
Ein Halbkreis wird so mit einer Umdrehung zum Dreiviertelkreis, mit zwei Umdrehungen zum Vollkreis. Den Einstellbereich nennt Hunter für PGP Ultra und I-20 mit 50 bis 360 Grad, für den PGJ mit 40 bis 360 Grad. Ehrlicherweise ist Hunter hier selbst nicht ganz einheitlich: An einer Stelle der Hersteller-FAQ stehen 40, an einer anderen 50 Grad als Minimum. Maßgeblich ist das Datenblatt des jeweiligen Modells.
Die rechte Kante nachträglich verschieben
Zeigt die feste Seite bei einem eingebauten Regner in die falsche Richtung, müssen Sie laut Hunter nicht graben: Gehäusekappe abschrauben, Innenteil herausziehen, den Kopf an den rechten Anschlag drehen und das Innenteil so wieder einsetzen, dass die Düse auf die rechte Flächengrenze zeigt. Die Alternative ist, das ganze Gehäuse samt Anschluss zu drehen. Was dann sonst noch zu prüfen ist, steht auf unserer Störungsseite Regner sprüht daneben.
Einstellwege der Hunter-Regner im Überblick
Modell | Sektor | So wird verstellt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
PGP Ultra, I-20 | 50–360° | Schlüssel in die Sektorschraube, 90° je Umdrehung, im Uhrzeigersinn größer | rechter Anschlag fest; I-20 mit FloStop zum Absperren einzelner Regner |
PGJ | 40–360° | wie PGP Ultra, 90° je Umdrehung | rechter Anschlag fest |
I-25, I-40 | 50–360° | 45° je Schlüsselumdrehung | bei 360° dreht der Regner dauerhaft gegen den Uhrzeigersinn |
I-80 | 70–360° | grauer Einstellring mit Schlüssel 382800SP; gegen den Uhrzeigersinn größer | Drehrichtung umgekehrt zum PGP; Wurfweite nur über die Düse |
MP Rotator | je nach Modell | Ring bei laufender Zone, im Uhrzeigersinn größer | linke Kante über die Randmarkierung fest, rechts wird verstellt |
Pro-ADJ-Düse | ab Werk 25° | erst rechte Kante über die Ratsche des Aufsteigers, dann Ring gegen den Uhrzeigersinn = größer | erhöhter Punkt markiert die verstellbare linke Kante; 8A bis 17A laut Hunter eingestellt, Nachfolger Pro-HE |
Pro-HE-Düse | einstellbar bis 0° | Anzeiger der linken Kante oben, rechte Kante an der Basis | bei 0° vollständig abgesperrt |
PS Ultra | ab Werk 1° | Schlüssel gegen den Uhrzeigersinn: Sektor und Durchfluss größer | erhöhter Punkt = linke, verstellbare Kante |
Alle Angaben laut Hunter. I-25, I-40 und I-80 sind Regner für Sportplätze und große öffentliche Flächen, im Hausgarten kommen Sie damit selten in Berührung. Zu den Sprühdüsen noch ein Hinweis: Pro-ADJ und Pro-HE sehen sich ähnlich, die Farben gleicher Größen unterscheiden sich aber, etwa die 10A rot und die 10A-HE dunkelblau – beim Nachrüsten also genau hinsehen.
MP Rotator und Sprühdüsen: andere Kante, gleiche Idee
Beim MP Rotator dreht sich die Logik um. Sie setzen die Düse so auf, dass die Randmarkierung die linke Kante der Fläche festlegt. Dann schalten Sie die Zone ein und stellen mit dem Ring die rechte Kante ein, im Uhrzeigersinn wird der Sektor größer. Laut Hunter lässt sich der Sektor nur im Betrieb verstellen, das ist als Schutz vor Vandalismus gedacht. Die Wurfweite ist ab Werk auf Maximum; mit dem MPTOOL oder einem schmalen Schlitzschraubendreher kürzen Sie sie in etwa 4 Umdrehungen um bis zu 25 Prozent. Weiter geht es mechanisch nicht.
Eine Falle sehen wir immer wieder: Der MP Rotator lässt sich über die Radiusschraube nicht abstellen. Wer an einer Stelle gar kein Wasser mehr will, setzt laut Hunter eine Verschlusskappe aufs Pro-Spray-Gehäuse oder eine Verschlussdüse.
Bei den Pro-ADJ- und Pro-HE-Sprühdüsen ist dagegen wie beim Getrieberegner die rechte Kante der Ausgangspunkt. Klingt verwirrend? Ist es ein bisschen – darum steht oben jedes Modell einzeln.
Wurfweite kürzen – aber höchstens um ein Viertel
An Getrieberegnern wie PGP Ultra, I-20 und PGJ stecken Sie die Inbusseite des Hunter-Schlüssels (3/32 Zoll) in die Radiusschraube über der Düse. Im Uhrzeigersinn taucht die Schraube in den Strahl und die Wurfweite wird kürzer, gegen den Uhrzeigersinn länger. Am besten bei laufendem Regner, dann sehen Sie sofort, wo der Strahl landet.
Zwei Grenzen gibt Hunter vor: Die Wurfweite lässt sich um höchstens etwa 25 Prozent reduzieren, und die Schraube sollte nicht mehr als 5 Umdrehungen im Uhrzeigersinn hineingedreht werden – sonst kann sie herausfallen und verschwindet im Rasen. Länger als die Düse hergibt, wird die Wurfweite übrigens nie, mehr Weite bringt nur eine größere Düse. Und beim großen I-80 lassen sich die Düsen laut Hunter gar nicht kürzen.
► Wirft die Düse 12 Meter, ist bei etwa 9 Metern Schluss (12 m × 0,75). Braucht die Fläche nur 7 Meter, ist die Düse zu groß. Dann eine kleinere Düse oder gleich ein kleinerer Regner – unsere Regner-Tabellen zeigen, welche Düse wie weit wirft.
Bei Sprühdüsen ist es ähnlich: die Schraube in der Mitte im Uhrzeigersinn drehen und dabei den Düsenrand festhalten. Ab Werk ist sie ganz offen. Auch hier gilt: mehr als 25 Prozent weniger, dann eine kleinere Düse.
Düse wechseln statt Laufzeit verlängern
Bleibt nach dem Einstellen eine Ecke trocken oder steht eine andere unter Wasser, drehen viele Gartenbesitzer an der Laufzeit des Steuergeräts. Doch das ändert die Wassermenge auf der ganzen Zone – die nasse Ecke wird noch nasser. Hunter rät ausdrücklich: an einzelnen Regnern die Düse tauschen, größer für trockene, kleiner für nasse Bereiche, und nicht die Laufzeit der Zone ändern.
Der Grund ist der angeglichene Niederschlag. Ein Viertelkreisregner verteilt sein Wasser auf ein Viertel der Fläche eines Vollkreisregners. Trägt er dieselbe Düse, fällt auf seine Fläche je Quadratmeter viermal so viel Wasser. Deshalb muss der Durchfluss zum Sektor passen: Vollkreis vier Teile, Halbkreis zwei, Viertelkreis einer.
► Hunter rechnet ein Beispiel mit 9 Regnern auf einem Quadrat von 9 mal 9 Metern vor: Mit gleichen Düsen fallen in den Ecken etwa 24 Millimeter pro Stunde, in der Mitte etwa 11. Mit abgestuften Düsen sind es überall rund 11 Millimeter.
So tauschen Sie die Düse am PGP Ultra
Den Aufsteiger mit dem Schlüssel greifen, um 90 Grad drehen und hochziehen. Die Radiusschraube lösen, die alte Düse mit einem kurzen Wasserstoß oder einer Spitzzange herausholen und die neue in die schräge Düsenbuchse drücken. Dann die Schraube eine Viertelumdrehung anziehen – jede weitere Drehung kürzt bereits die Wurfweite. Der Pfeil auf der Gummikappe zeigt Ihnen auch im eingefahrenen Zustand, wohin die Düse zielt. Der PGP Ultra kommt mit 8 Standard- und 4 Flachstrahldüsen; ein Ersatzsatz ist das PGP Ultra Düsenset. Am I-20 sperren Sie mit dem FloStop den einzelnen Regner ab und tauschen die Düse, während der Rest der Zone weiterläuft.
Bei Rain Bird gilt die linke Kante
Bei den Rain-Bird-Getrieberegnern 3504 und 5004 ist die linke Kante fest, die rechte wird verstellt. Wer jahrelang Rain Bird eingestellt hat, dreht einen Hunter-Regner deshalb gern in die falsche Richtung. Das passende Werkzeug ist dort das grüne Rain Bird Einstellwerkzeug, die Modelle selbst vergleichen wir in Rain Bird Versenkregner im Vergleich.
Das richtige Werkzeug für Hunter-Regner
Einstellschlüssel für Regner: der Hunter-Schlüssel mit Sektorschlüssel, 3/32-Zoll-Inbus für die Wurfweite und zwei Fingerschlaufen zum Hochziehen des Aufsteigers. Für PGP Ultra, I-20 und PGJ.
MP Rotatordüse Standard-Stick (MPTOOL): stellt Sektor und Wurfweite an allen MP Rotatoren ein, passt in die Hosentasche.
MP Rotator Kombi-Tool: derselbe Zweck, aber auf einem Stiel, damit Sie im Stehen arbeiten. Das Rohr als Stiel liegt nicht bei. Lohnt sich, wenn viele MP Rotatoren einzustellen sind.
Ein Schraubendreher aus dem Werkzeugkasten tut es zur Not auch. Mit Metallwerkzeug ist die Gefahr aber größer, den Anschlag zu überdrehen, weil es mehr Kraft überträgt, als der Anschlag verträgt. Bei Widerstand also nicht weiterdrehen.
Was beim Einstellen schiefgehen kann
Rain-Bird-Logik am Hunter-Regner. Wer links als fest annimmt, richtet den Regner falsch aus und wundert sich nach dem ersten Lauf.
Anschlag mit Gewalt überwunden. Ein Regner, der danach stehen bleibt oder scheinbar nicht mehr dreht, hat oft nur einen verstellten Sektor, manchmal aber ein beschädigtes Getriebe. Mehr dazu unter Getrieberegner dreht nicht.
Wurfweite bis zum Anschlag gedrosselt. Mehr als ein Viertel weniger verschlechtert das Regnerbild, die Schraube geht im Zweifel verloren.
Zu viel erwartet. Kein Schlüssel der Welt rettet einen Regner, der an der falschen Stelle sitzt. Ist der Abstand zum Nachbarregner zu groß, bleibt die Lücke, auch wenn Sektor und Wurfweite stimmen.
Unsere Hersteller
Hunter (PGP Ultra, I-20, PGJ, MP Rotator, Pro-Spray, Pro-HE- und Pro-ADJ-Düsen) und Rain Bird (3504, 5004, R-VAN). Die Regner finden Sie unter Versenk- & Getrieberegner, Düsen und MP Rotatoren unter Sprühdüsen & Gehäuse, Düsensätze und Werkzeug unter Ersatzteile & Zubehör.
Häufige Fragen
Bei den Hunter-Getrieberegnern wie PGP Ultra, I-20 und PGJ ist laut Hunter der rechte Anschlag fest, die linke Kante wird mit dem Schlüssel verstellt. Den rechten Anschlag finden Sie, indem Sie den Kopf erst gegen den Uhrzeigersinn bis zum Stopp drehen und dann im Uhrzeigersinn bis zum Stopp. Beim MP Rotator ist es umgekehrt: Die Randmarkierung legt die linke Kante fest.
Beim PGP Ultra, I-20 und PGJ ändert jede volle Umdrehung den Sektor um 90 Grad, im Uhrzeigersinn wird er größer. Bei den großen Modellen I-25 und I-40 sind es 45 Grad je Umdrehung. Beim I-80 wird der Sektor über einen Ring eingestellt und gegen den Uhrzeigersinn größer.
Laut Hunter um höchstens etwa 25 Prozent, bei Getrieberegnern, Sprühdüsen und MP Rotatoren gleichermaßen; nur die Düsen des großen I-80 lassen sich nicht kürzen. Die Radiusschraube am Getrieberegner sollte nicht mehr als 5 Umdrehungen hineingedreht werden. Reicht das nicht, nehmen Sie eine kleinere Düse.
Düse so aufsetzen, dass die Randmarkierung auf die linke Kante der Fläche zeigt, Zone einschalten und die rechte Kante mit dem Ring einstellen, im Uhrzeigersinn größer. Die Wurfweite kürzen Sie mit dem MPTOOL oder einem Schlitzschraubendreher in etwa 4 Umdrehungen um bis zu 25 Prozent. Abstellen lässt sich die Düse über die Schraube nicht.
Nein. Bei den Rain-Bird-Getrieberegnern 3504 und 5004 ist die linke Kante fest und die rechte wird verstellt. Wer Hunter und Rain Bird in einer Anlage hat, prüft vor dem Einstellen also immer zuerst den Hersteller.
Regner einstellen lassen oder selbst Hand anlegen?
Mit Schlüssel, ein wenig Geduld und dieser Anleitung stellen die meisten Gartenbesitzer ihre Hunter-Regner an einem Nachmittag selbst ein. Bleiben trotzdem trockene Stellen, liegt es oft an Düsenwahl oder Regnerabstand – dann lohnt ein Blick auf den Plan. Schicken Sie uns Ihre Fläche über die Online-Planung – Sie erhalten einen Regnerplan, in dem jede Düse zu Ecke, Kante oder Mitte passt. Sie klären das lieber im Gespräch? Die kostenlose Erstberatung steht Ihnen offen. Fragen Sie uns – die Beratung ist unverbindlich.
Über den Autor: Jürgen Hackländer
Geschäftsführer von aqua.naturale Beregnung. Jürgen Hackländer kommt aus dem Handwerk und arbeitet bis heute selbst mit den Produkten, die er empfiehlt — seit über 25 Jahren, mit mittlerweile mehr als 15.000 zufriedenen Kunden. Durch regelmäßige Schulungen und ständigen Kontakt zu den Herstellern bleibt er technisch auf dem neuesten Stand.
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