Veröffentlicht am 10.10.2026
Es gießt seit dem Frühstück, und um 17 Uhr fahren im Vorgarten die Regner hoch. Die Nachbarn schauen herüber, und Sie wissen genau, was sie denken. Genau dafür gibt es den Regensensor: ein kleines Bauteil, das die Bewässerung bei Regen sperrt und danach wieder freigibt. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Regensensor-Typen es gibt, wie Sie den Hunter Mini-Clik richtig einstellen, wo der Sensor hingehört und wie Sie prüfen, ob er überhaupt arbeitet.
RATGEBER-ÜBERSICHT
Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Bewässerungssteuerung und Smart-Systeme: von der Zeitschaltuhr bis Hydrawise – dort finden Sie alle Beiträge zum Thema im Zusammenhang.
Regensensor in fünf Sätzen
Ein Regensensor sitzt frei unter offenem Himmel, ist am Sensoreingang des Steuergeräts angeschlossen und sperrt die Bewässerung, solange er nass ist. Der Hunter Mini-Clik schaltet erst nach einer eingestellten Regenmenge ab (3, 8, 13 oder 19 mm, eingestellt an der Kappe), der Rain-Clik schon in den ersten Minuten eines Schauers. Der Ring am Sensor regelt nur, wie schnell er wieder abtrocknet, nicht die Abschaltmenge. Getestet wird mit einem Start aller Stationen, denn eine einzeln von Hand gestartete Station ignoriert den Sensor. Und: Ein Regensensor misst Regen, nicht die Bodenfeuchte.
Wie arbeitet ein Regensensor eigentlich?
Im Inneren eines Hunter Mini-Clik oder Rain-Clik steckt ein Stapel saugfähiger Scheiben. Regnet es, nehmen sie Wasser auf, quellen und drücken auf einen Schalter. Der Schalter ist im Normalzustand geschlossen, Fachleute sagen „normally closed“ oder Öffner: Solange der Sensor trocken ist, fließt der Strom, und das Steuergerät darf bewässern. Öffnet der Schalter, merkt das Steuergerät, dass der Sensor nass ist, und hält die Programme an. Trocknen die Scheiben, schließt der Kontakt wieder, und alles läuft weiter wie geplant.
Das klingt simpel, und das ist es auch. Gerade darin liegt die Stärke: Ein kabelgebundener Clik-Sensor braucht keine Batterie, keine App und kein WLAN. Laut Hunter ist der Mini-Clik wartungsfrei und muss im Winter weder abgebaut noch abgedeckt werden. Einen breiteren Blick auf alle Sensorarten, vom Wettersensor bis zum Durchflussmesser, gibt unser Beitrag Sensoren für automatische Bewässerung. Hier geht es nur um den Regensensor, dafür gründlich.
Mini-Clik, Rain-Clik und Funk-Clik im Überblick
Hunter Mini-Clik: Stopp nach einer festen Regenmenge
Der Hunter Mini-Clik wartet, bis eine bestimmte Menge Regen gefallen ist. Laut den aktuellen Hunter-Anleitungen gibt es vier Stufen: 3, 8, 13 und 19 Millimeter. Kleine Schauer, die den Boden ohnehin kaum erreichen, lösen ihn also nicht aus. Er kommt mit einem Anschlusskabel von rund 7,5 Metern und einer Aluminiumhalterung. Hunter bezeichnet ihn als präzisen Niederschlagsmesser; wer es genau wissen will, stellt einen einfachen Röhren-Regenmesser daneben und vergleicht.
Hunter Rain-Clik: Stopp beim ersten Schauer
Der Hunter Rain-Clik hat keine Mengenschwelle. Seine Quick-Response-Technik nutzt eine einzelne Scheibe, die laut Hunter schon in den ersten fünf Minuten Regen abschaltet. Bei Schauern unter etwa 3 Millimetern sperrt sie je nach Wetter 30 Minuten bis 4 Stunden, bei mehr Regen hält der Scheibenstapel die Sperre länger. Für alle, die keine Regner im Nieselregen sehen wollen, ist das die konsequentere Lösung.
Wireless Rain-Clik: Funk statt Kabel
Wenn zwischen Steuergerät in der Garage und freiem Himmel eine Hauswand, ein Carport oder eine gepflasterte Einfahrt liegt, ist der Wireless Rain-Clik die bequemere Wahl. Der Sender am Sensor funkt zum Empfänger am Steuergerät; Hunter nennt bei freier Sicht eine Reichweite von gut 240 Metern. Die Batterie im Sender ist allerdings vergossen und lässt sich nicht tauschen. Ist sie am Ende, wird der komplette Sender ersetzt und neu am Empfänger angelernt. Unser Set ist die reine Regenversion, eine Frostabschaltung hat in dieser Familie nur der WRF-Clik.
Frost: Freeze-Clik als eigener Sensor
Der kabelgebundene Mini-Clik und der Rain-Clik reagieren nicht auf Temperatur. Wer im Frühjahr oder Herbst nicht auf einen überfrierenden Gehweg bewässern möchte, ergänzt den Freeze-Clik. Er schaltet laut Hunter unter 3 °C ab und gibt bei Erwärmung wieder frei, ohne dass Sie am Steuergerät etwas umprogrammieren müssen.
Mini-Clik | Rain-Clik | Wireless Rain-Clik | |
|---|---|---|---|
Abschaltung | nach 3, 8, 13 oder 19 mm Regen | in den ersten Minuten eines Schauers | wie Rain-Clik |
Einstellung | Schwelle an der Kappe, Trocknungszeit am Ring | keine Schwelle, Trocknungszeit am Ring | keine Schwelle, Trocknungszeit am Ring |
Verbindung | Kabel, rund 7,5 m dabei | Kabel | Funk, gut 240 m bei freier Sicht |
Batterie | keine | keine | im Sender vergossen |
Frost | nein, Freeze-Clik ergänzen | nein, Freeze-Clik ergänzen | nur als WRF-Clik |
Passt gut für | Gärten, in denen kurze Schauer nicht zählen sollen | schnelle Reaktion bei jedem Regen | weite Wege zum Steuergerät |
Alle Werte sind Herstellerangaben von Hunter.
Rain Bird WR2 und RSD-BEx als Alternative
Wer ein Rain-Bird-Steuergerät hat, kann bei der Marke bleiben. Der Rain Bird WR2-RFC ist ein Funksensor für Regen und Frost, der Rain Bird RSD-BEx ein kabelgebundener Regensensor mit Schwelle am Drehknopf und Lüftungsring für die Trocknungszeit. Zwingend ist der Markenwechsel aber nicht: Laut Hunter arbeitet der Mini-Clik an allen Hunter-Steuergeräten und an den meisten Geräten anderer Hersteller.
Mini-Clik einstellen: Kappe für die Menge, Ring für die Pause
Hier liegt der häufigste Irrtum, den wir in der Werkstatt hören. Viele drehen am Ring und wundern sich, dass der Sensor trotzdem nicht früher abschaltet. Die Aufgaben sind klar getrennt:
Kappe – sie bestimmt die Regenmenge. Drehen Sie die Kappe, bis die Stifte in der gewünschten Stufe einrasten, ohne Gewalt.
Lüftungsring – er bestimmt, wie schnell die Scheiben wieder trocknen. Je weiter geschlossen, desto länger bleibt die Sperre bestehen.
Eine niedrige Stufe heißt: Schon ein mäßiger Regen stoppt die Anlage. Eine hohe heißt: Erst ein kräftiger Regen zählt. Wir beginnen meist in der Mitte und korrigieren nach den ersten Wochen, wenn klar ist, wie Boden und Standort reagieren. Beim Rain-Clik entfällt die Kappenfrage, dort stellen Sie nur den Ring ein.
Wie lange die Sperre dauert, hängt stark vom Wetter ab. Laut Hunter ist eine Rückstellung ab etwa 4 Stunden möglich, nach vollständiger Durchnässung dauert sie rund 3 Tage. Bei anhaltend kaltem, feuchtem Wetter kann der Sensor sogar monatelang aktiv bleiben. Super, wenn man im März die Anlage testen will.
Wo der Regensensor hingehört – und wo nicht
Der Sensor braucht ungehinderten Regen. Unter dem Dachüberstand, unter der Baumkrone oder versteckt in der Hecke misst er alles Mögliche, nur nicht den Regen auf Ihrem Rasen. Ebenso wichtig: Er darf nicht im Sprühbereich der eigenen Regner hängen, sonst schaltet sich die Anlage selbst ab. Das Gehäuse sitzt aufrecht; der Schwenkhalter erlaubt die Montage auch an schrägen Flächen, für die Dachrinne gibt es den Halter SGM.
Der Standort beeinflusst außerdem die Trocknungszeit. Laut Hunter gibt ein Sensor an einer sonnigen Südwand zu früh frei, an einer schattigen Nordwand zu spät. Eine niedrige Montage funktioniert, misst aber ungenauer. Bei uns am Niederrhein hat sich oft die Ecke einer Garagen- oder Gartenhauswand bewährt, über der Dachkante und mit freiem Himmel nach oben.
Regensensor anschließen: SEN-Klemmen, Brücke und Bypass
Hunter-Steuergeräte wie das X-Core oder das Pro-C haben einen eigenen Sensoreingang mit der Bezeichnung SEN. Ab Werk steckt dort eine Metallbrücke, die einen „immer trockenen“ Sensor vortäuscht. Beim Mini-Clik kommen die blauen Adern an die SEN-Klemmen, die Polarität spielt keine Rolle. Die Brücke muss raus, sonst ignoriert das Gerät den Sensor.
Reicht das mitgelieferte Kabel nicht, gibt Hunter klare Querschnitte vor:
bis 15 m: mindestens 0,5 mm²
15 bis 30 m: 0,8 mm²
30 bis 61 m: 1,3 mm², weiter geht es nicht
Befestigen Sie das Kabel in kurzen Abständen, aber nie mit Tackerklammern durch die Isolierung. Ein solcher Kurzschluss sorgt laut Hunter dafür, dass das Steuergerät das Öffnen des Sensors nicht mehr erkennt.
Wichtig: Die normalen Clik-Sensoren sind nur für 24-Volt-Steuerkreise gebaut – niemals an Netzspannung anschließen! Für Geräte ohne Sensoreingang schaltet man den Sensor in die gemeinsame Ventilleitung, mit Pumpenrelais nur dann, wenn auch der Pumpenkreis mit 24 V arbeitet.
Zum Überbrücken hat der X-Core einen Bypass-Schalter, am aktuellen Pro-C wirkt die Bypass-Taste höchstens 24 Stunden. Pro-C und X2 können den Sensor außerdem je Station umgehen, praktisch für überdachte Pflanzflächen, die auch bei Regen trocken bleiben. Welches Steuergerät zu Ihrem Garten passt, lesen Sie in Bewässerungssteuerung: Welches Steuergerät passt zu Ihrem Garten?
Der richtige Test: alle Stationen, nicht eine
Der Klassiker unter den Fehldiagnosen: Der Sensor ist nass, Sie starten von Hand Zone 3, und sie läuft. Also ist der Sensor kaputt? Nein. Laut Hunter ignoriert der manuelle Start einer einzelnen Station den Sensor absichtlich, damit Sie auch bei Regen testen können. Geprüft wird deshalb immer mit dem manuellen Start aller Stationen oder mit einem Programmstart; am Pro-C ist das der One-Touch-Start.
So gehen Sie vor: Sensor nass machen, beim Funksensor die Auslösetaste am Sender drücken. Dann alle Stationen starten. Bleibt die Anlage stehen und zeigt das Display die Sensorsperre, ist alles in Ordnung. Läuft sie trotzdem, nennt Hunter drei häufige Gründe: zu wenig Regen am Sensor, Schalter auf Bypass oder die Brücke an SEN ist noch drin. Startet die Anlage dagegen nie, obwohl der Sensor trocken ist, hilft unsere Störungsseite Regensensor blockiert die Bewässerung Schritt für Schritt weiter.
Was ein Regensensor nicht leisten kann
Ein Regensensor misst den Regen, der auf ihn fällt. Er weiß nicht, wie feucht der Boden ist, wie heiß die letzte Woche war oder ob der Rasen unter der Birke überhaupt etwas abbekommen hat. Er kennt nur Ja oder Nein: sperren oder freigeben. Für die meisten Hausgärten ist das trotzdem der günstigste und wirksamste erste Schritt.
Wer mehr will, hat zwei Wege. Der Hunter Solar Sync misst Sonne und Temperatur, passt die Laufzeiten täglich an und hat die Regen- und Frostabschaltung bereits eingebaut. Ein Bodenfeuchtesensor wie der Soil-Clik misst dagegen direkt im Wurzelraum, an einer einzigen Stelle. Ob sich das im Hausgarten lohnt, lesen Sie ehrlich abgewogen in Bodenfeuchtesensor für die Bewässerung: sinnvoll oder nicht?
Unsere Hersteller
Hunter (Mini-Clik, Rain-Clik, Wireless Rain-Clik, Freeze-Clik, Solar Sync, Steuergeräte X-Core und Pro-C) und Rain Bird (WR2-RFC, RSD-BEx). Alle Regen-, Frost- und Wettersensoren finden Sie in der Kategorie Sensoren (Regen & Wetter).
Häufige Fragen
Die Regenmenge stellen Sie an der Kappe ein: Drehen, bis die Stifte in der Stufe 3, 8, 13 oder 19 mm einrasten. Der Lüftungsring regelt nur die Trocknungszeit; je weiter geschlossen, desto länger bleibt die Sperre bestehen.
Der Mini-Clik wartet, bis die eingestellte Regenmenge gefallen ist. Der Rain-Clik hat keine Mengenschwelle und schaltet mit seiner Quick-Response-Scheibe schon in den ersten Minuten eines Schauers ab.
Wenn Sie eine einzelne Station von Hand gestartet haben, ist das gewollt: Dieser Start ignoriert den Sensor. Testen Sie mit dem Start aller Stationen. Läuft die Anlage dann noch, steht meist der Schalter auf Bypass, die Brücke an SEN ist noch drin oder am Sensor kommt zu wenig Regen an.
Nein. Beim Hunter Wireless Rain-Clik ist die Batterie im Sender vergossen. Ist sie leer, wird der komplette Sender ersetzt und am vorhandenen Empfänger neu angelernt.
Laut Hunter ist die Rückstellung ab etwa 4 Stunden möglich, nach vollständiger Durchnässung dauert sie rund 3 Tage. Bei kaltem, feuchtem Wetter kann es deutlich länger sein. Standort und Lüftungsring bestimmen, wie schnell der Sensor trocknet.
Regensensor nachrüsten – selbst oder mit uns?
Einen Mini-Clik an einen X-Core zu klemmen, schaffen die meisten an einem Nachmittag. Schwieriger wird es, wenn das Kabel durch die Wand muss, das Steuergerät keinen Sensoreingang hat oder Sie gleich auf eine Wettersteuerung umsteigen möchten. Schicken Sie uns ein Foto Ihres Steuergeräts, oder planen Sie die ganze Anlage in der Online-Planung. Persönlich geht es in der kostenlosen Erstberatung. Schreiben Sie uns – wir sagen Ihnen, welcher Sensor zu Ihrem Gerät passt.
Über den Autor: Jürgen Hackländer
Geschäftsführer von aqua.naturale Beregnung. Jürgen Hackländer kommt aus dem Handwerk und arbeitet bis heute selbst mit den Produkten, die er empfiehlt — seit über 25 Jahren, mit mittlerweile mehr als 15.000 zufriedenen Kunden. Durch regelmäßige Schulungen und ständigen Kontakt zu den Herstellern bleibt er technisch auf dem neuesten Stand.
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