Zuletzt aktualisiert am 11.10.2026
Trinkwasser ist ein zurecht schützenswertes Gut. Durch Keime und Bakterien können gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen. Deshalb gibt es gesetzliche Regelungen, die sich auch auf den Anschluss von automatischen Bewässerungsanlagen auswirken.
RATGEBER-ÜBERSICHT
Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Automatische Bewässerung: Systeme, Technik und Planung im Überblick – dort finden Sie alle Beiträge zum Thema im Zusammenhang.
Warum kein Garten ohne Systemtrenner auskommt
Solange Wasser nach draußen fließt, ist alles in Ordnung. Problematisch wird es, wenn der Fluss aufhört und Wasser aus der Bewässerungsanlage in die Hausleitung zurückgesaugt wird – zusammen mit allem, was sich in den warmen, stehenden Leitungen vermehrt hat. Ein Systemtrenner verhindert genau das. Er ist keine Empfehlung, sondern nach den anerkannten Regeln der Technik vorgeschrieben, und er gehört an jeden Anschluss, an dem Trinkwasser eine Bewässerungsanlage speist.
Wie diese Vorgaben aussehen, und wie man Trinkwasserschutz technisch lösen kann, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.
In Deutschland haben wir uns längst daran gewöhnt, überall und zu jeder Zeit sauberes Wasser aus dem Hahn zu bekommen.
Kaum jemand macht sich darum Sorgen oder fragt sich, was man tun muss, damit das Trinkwasser auch sauber bleibt. Die meisten würden wahrscheinlich auch eine Bewässerungsanlage einfach an die Wasserleitung anschließen.
Das kann aber ein fataler Fehler sein, der schwerwiegende Folgen haben kann!
Systemtrenner Gartenbewässerung
Die Gefahr liegt im zurückfließenden Wasser
Solange Wasser durch die Leitungen nach draußen fließt, ist alles in Ordnung. Doch wenn der Wasserfluss aufhört und Wasser in den Leitungen und Schläuchen verbleibt, können sich dort Verunreinigungen bilden. Viren, Bakterien – gerade in aufgewärmten Schläuchen im Sommer gefällt es solchen Erregern gut und sie vermehren sich.
Das betrifft den herkömmlichen Gartenschlauch ebenso, wie die automatische Bewässerungsanlage. An sich ist auch das nicht problematisch, denn für die Pflanzen stellen diese Erreger keinerlei Gefahr da. Es kann aber vorkommen, dass der Druck in einem Gartenschlauch vorübergehend höher ist, als im Trinkwasser-Versorgungs-System. Und dann würde das verkeimte Wasser ins Trinkwasser Ihres Hauses oder sogar der ganzen Kommune gelangen.

Die Lösung: Systemtrenner für Trinkwasser in der Gartenbewässerung
Es gibt technische Lösungen, die verhindern, dass Wasser aus bestimmten Entnahmestellen wieder zurück in das Versorgungssystem gelangt. Das sind sogenannte “Systemtrenner” oder “Rohrtrenner”. Beim Kauf und Einbau eines Systemtrenners werden Sie einer Klassifikation von Flüssigkeiten in 5 Stufen begegnen. Welche Kategorie ist die richtige für den Anschluss einer Bewässerungsanlage?
DIN EN 1717: Flüssigkeiten in 5 Kategorien
Die DIN Euronorm 1717 unterscheidet 5 Kategorien von Flüssigkeiten nach ihrer Gefährlichkeit für den Menschen. Kategorie 1 ist sauberes Trinkwasser, 2 stellt ebenfalls keine Gefahr für den Menschen dar, 3 und 4 sind bereits verschmutzt und bei Verzehr potenziell gefährlich. Stufe 5 bedeutet, dass sich konkrete virale oder bakterielle Krankheitserreger in der Flüssigkeit befinden und der Verzehr für Menschen sehr gefährlich ist.
Was viele überrascht ist, dass es sich bei dem zurückfließenden Wasser aus einem Gartenschlauch oder einer Bewässerungsanlage bereits um Flüssigkeiten der Stufe 5 handeln kann!
Für Kategorie 5 reicht ein klassischer Systemtrenner nicht mehr aus: Die Bauart BA sichert nur bis Kategorie 4. Kategorie 5 verlangt einen freien Auslauf (Bauart AA oder AB), wie ihn eine Trennstation für die Gartenberegnung bietet. Welche Kategorie für Ihren Anschluss gilt, legen Installateur und Wasserversorger fest.
Unsere Hersteller für die Anlage hinter dem Trinkwasserschutz
Wie kommen die Keime ins Trinkwasser?
Wenn das, was in die Bewässerungsanlage hineinfließt Trinkwasser ist – wie kann es dann dort zu einer gesundheitsschädlichen Flüssigkeit werden?
Nun, in der Natur sind schädliche Keime keine Seltenheit. In den meisten natürlichen Gewässern finden sich unterschiedliche Schädlinge – manchmal sogar im Trinkwasser. Das ist aber kein Grund zur Sorge, denn mit ein paar Fremdstoffen im Trinkwasser kann der menschliche Körper gut umgehen.
Eine Gefahr für die Gesundheit entsteht erst, wenn die Erreger in großer Konzentration vorkommen. Genau das kann in Schläuchen und Rohren für die Bewässerung passieren..
Verunreinigung von Trinkwasser am Beispiel Legionellen
Ein Beispiel sind die als “Legionellen” bekannten Bakterien: Die finden sich in vielen natürlichen Gewässern. Dort können sie sich aber nicht besonders gut vermehren und sind deshalb auch bei Verzehr des Wassers unbedenklich. Das ändert sich aber, wenn solches Wasser plötzlich anders gelagert wird.
Zum Beispiel, wenn es in einem Gartenschlauch, einem Rohr oder einer Bewässerungsleitung längere Zeit zum Stehen kommt und sich erwärmt. Bei 25-45 Grad Celsius fühlen sich Legionellen pudelwohl und vermehren sich munter. Das kann ausreichen, damit das Wasser dann als Flüssigkeit der Stufe 5 gilt.
Ist Wasser aus der Bewässerungsanlage gefährlich?
Wasser, das aus einer Bewässerungsanlage kommt ist für Pflanzen bestimmt und für die ist auch abgestandenes Wasser völlig ungefährlich. Für Mensch und Tier stellt es in der Regel ebenfalls keine Gefahr da. Auch wenn es sich um lange gestandenes, potenziell verunreinigtes Wasser handelt, geht davon keine Gefahr aus, solange es nicht als Trinkwasser verwendet und in größeren Mengen getrunken wird. Das aber sollte sich von selbst verstehen.
Die Vorsichtsmaßnahmen, die in DIN EN 1717, DIN 1988-100, VDI 6023 oder der Trinkwasserverordnung festgelegt sind sollen unseren hohen Trinkwasser-Standard schützen und dafür sorgen, dass auch unter ungünstigen Umständen keine Gefahr für Leib und Leben besteht. Tatsächlich sind darin aber viele Vorsichtsmaßnahmen beschrieben, die für besondere Notfälle vorgesehen sind. Ein Systemtrenner / Rohrtrenner bei der Bewässerung ist ein solches Notfallsystem.
Wer haftet im Fall der Fälle?
Was aber, wenn kein Systemtrenner verbaut wurde und verunreinigtes Wasser in die Trinkwasser-Versorgung fließt? Was, wenn derart verunreinigtes Trinkwasser von Menschen getrunken wird und diese krank werden? Wer haftet in solchen Fällen?
Das hängt vom Einzelfall ab: Infrage kommen der Betrieb, der die Anlage angeschlossen hat, und der Eigentümer als Betreiber. Sicher ist nur, dass ein fehlender oder falscher Trennschutz im Schadensfall niemandem hilft.
Im Fall der Fälle kann eine nicht korrekt angeschlossene Bewässerungsanlage für den Installateur schwerwiegende Folgen haben! Von Schadensersatzklagen bis Schmerzensgeld ist alles möglich. Wasserinstallateure wissen das natürlich – viele Garten- und Landschaftsbauer aber leider nicht. Und deshalb schließen viele völlig unbedarft einfach Bewässerungssysteme direkt an die Wasserversorgung an.
Den Anschluss vom Fachbetrieb planen lassen
Mit fachmännischer Planung auf der sicheren Seite
Ob Systemtrenner oder Trennstation, entscheidet die Einstufung des Wassers, das zurückfließen könnte – nicht der Preis der Armatur. Die Bauarten nach DIN EN 1717 im Überblick:
| Bauart | sichert bis | typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Systemtrenner BA | Kategorie 4 | Anschlüsse, deren Wasser höchstens Kategorie 4 erreichen kann |
| Freier Auslauf AB (Trennstation) | Kategorie 5 | Gartenberegnung, Nachspeisung von Regenwasser-Zisternen |
| Freier Auslauf AA | Kategorie 5 | Behälter mit offenem, ungehindertem Zulauf |
Eine Trennstation trennt das Trinkwasser durch einen freien Auslauf in einen Vorlagebehälter vollständig von der Anlage; eine Pumpe dahinter baut den Druck für die Bewässerung neu auf. Das bedeutet auch: Nach der Trennstation kommen andere Werte an als am Hausanschluss. Genau diese Werte – Wassermenge und Druck – brauchen wir für die Planung der Regner und Kreise.
Den Anschluss an die Trinkwasser-Installation führt ein beim Wasserversorger eingetragenes Installationsunternehmen aus. Wir planen die Bewässerungsanlage dahinter – kostenlos über die Online-Planung oder persönlich in der kostenlosen Erstberatung.
Häufige Fragen
Er trennt die Bewässerungsanlage mechanisch vom Trinkwassernetz. Fällt der Druck in der Hausleitung ab, öffnet er die Mittelkammer zur Atmosphäre, sodass Wasser aus der Bewässerung nicht zurückfließen kann. Er arbeitet ohne Strom, allein über den Druckunterschied.
Für eine fest angeschlossene Bewässerungsanlage verlangen die anerkannten Regeln der Technik eine Sicherungseinrichtung. Im Zweifel klärt Ihr Installateur oder der örtliche Wasserversorger, welche Bauart für Ihren Anschluss verlangt wird. Fehlt sie, kann im Schadensfall die Haftung beim Eigentümer liegen.
So nah wie möglich an der Übergabestelle, frostfrei, zugänglich für Wartung und mit freiem Ablauf: Der Trichter muss ohne Rückstau in die Entwässerung münden. Ein Systemtrenner im Erdschacht ohne Ablauf erfüllt seinen Zweck nicht.
Nur dann, wenn eine Verbindung zum Trinkwassernetz besteht – etwa über eine automatische Nachspeisung der Zisterne oder eine Umschaltung zwischen Brunnen und Hausanschluss. Eine Anlage, die ausschließlich aus dem Brunnen gespeist wird und keine Verbindung zum Hausnetz hat, braucht keinen.
Einen Systemtrenner in der automatischen Gartenbewässerung zu verbauen – das ist für uns als Experten selbstverständlich. Und das ist nur einer von sehr vielen Aspekten, die wir bei der Bewässerungsplanung berücksichtigen.
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Über den Autor: Jürgen Hackländer
Geschäftsführer von aqua.naturale Beregnung. Jürgen Hackländer kommt aus dem Handwerk und arbeitet bis heute selbst mit den Produkten, die er empfiehlt — seit über 25 Jahren, mit mittlerweile mehr als 15.000 zufriedenen Kunden. Durch regelmäßige Schulungen und ständigen Kontakt zu den Herstellern bleibt er technisch auf dem neuesten Stand.
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