REFERENZEN · AGRI-PHOTOVOLTAIK · TAGEBAU GARZWEILER · SEIT 2024
Himbeeren unter Solarpanels: Tropfbewässerung für eine Agri-PV-Anlage am Tagebau Garzweiler
Mehrere tausend Himbeeren in Containern, darüber Solarmodule auf einer erhöhten, pergolaartigen Konstruktion, daneben der Tagebau: die Agri-PV-Anlage von RWE Renewables. Wir haben die Bewässerung geplant und das Material geliefert – und begleiten die Anlage seit 2024 durch mehrere Erweiterungen.
ECKDATEN
Das Projekt auf einen Blick
Projekt
Agri-Photovoltaik-Pilotanlage in Bedburg am Tagebau Garzweiler im Rheinischen Revier, umgesetzt 2024 mit RWE Renewables und dem bewirtschaftenden Landwirt. Seitdem mehrfach erweitert.
Kultur
Mehrere tausend Himbeeren in Substratcontainern auf Bändchengewebe, in Reihen unter erhöhten Solarmodulen. Alle Module der Anlage sind schwenkbar. Die nachgeführten Module gehören zum Getreide-Versuchsteil.
Technik
Je Container zwei Tropfer mit 2 l/h, Mikroschläuche von der Verteilleitung, zwölf Ventile paarweise geschaltet (erste Ausbaustufe: fünf), frequenzgeregelte Pumpe mit 5 m³/h bei 5 bar, 2-Zoll-Filter.
Unser Anteil
Komplette Planung mit hydraulischer Auslegung und Bewässerungsplan, Lieferung des gesamten Materials, Begleitung bei Aufbau und Erweiterung. Der Betrieb liegt beim Landwirt.
AUSGANGSLAGE
Landwirtschaft unter Strom: eine Fläche, zwei Ernten
Agri-Photovoltaik nutzt dieselbe Fläche doppelt: Oben erzeugen Solarmodule Strom, darunter wächst eine Kultur. Am Rand des Tagebaus Garzweiler erprobt RWE Renewables das im großen Maßstab – mit Himbeeren, die im Container stehen und den Teilschatten der Panels gut vertragen.
Für die Bewässerung heißt das: tausende kleine Substratvolumen, die an warmen Tagen mehrmals Wasser brauchen, verteilt über lange Reihen zwischen Stahlpfosten, ohne Boden, der Wasser speichern könnte. Und eine Wasserversorgung, die nicht beliebig groß ist – die Pumpe liefert 5 m³ in der Stunde bei 5 bar, mehr steht nicht zur Verfügung.
Die Aufgabe war deshalb weniger, Wasser zu bringen, als es zu verteilen: gleichmäßig auf jeden Container, in einer Reihenfolge, die mit der begrenzten Pumpenleistung auskommt.

DIE LÖSUNG
Zwei Tropfer je Container, zwölf Ventile im Umlauf
Jeder Container bekommt zwei Tropfer mit je 2 l/h – zusammen 4 Liter pro Betriebsstunde, in der beschriebenen Planung mit bis zu 6 l am Tag. Die Betriebsmenge wird an den tatsächlichen Pflanzenbedarf angepasst. Fällt ein Tropfer aus, kann der zweite noch Wasser abgeben. Die vorgesehene Gesamtmenge wird dann aber nicht mehr erreicht; regelmäßige Kontrollen bleiben nötig. Die Tropfer hängen über Mikroschläuche an einer Verteilleitung, die am Fuß der Pfosten entlangläuft; auf die Fläche bezogen bringt die Anlage etwa 3,2 l/m² in der Stunde aus, höchstens 5 l/m² am Tag.
Weil die Pumpe nur 5 m³/h liefert, laufen nie alle Reihen gleichzeitig. Die Ventile der Himbeeranlage sind paarweise geschaltet; Umlaufdauer und Gesamtmenge hängen von der jeweiligen Ausbaustufe, Containerzahl und Laufzeit ab. Sie müssen für den tatsächlich geschalteten Bestand berechnet werden. So kommt jede Pflanze an die Reihe, ohne dass der Druck am Ende der Leitung einbricht.
Hydraulik
Frequenzgeregelte Pumpe mit 5 m³/h bei 5 bar am Übergabepunkt, davor ein 2-Zoll-Filter. Leitungsquerschnitte und Tropfer sind so auszulegen, dass der erforderliche Betriebsdruck auch am ungünstigsten Punkt eingehalten wird.
Zonen und Zeiten
Die Ventile laufen paarweise in Blöcken nacheinander. Die Laufzeiten je Block richten sich nach der benötigten Menge und dem tatsächlichen Durchfluss. Zwei Tropfer mit zusammen 4 l/h benötigen für 6 Liter je Container rechnerisch 1,5 Stunden; die Gesamtdauer ergibt sich aus der Schaltfolge der Anlage.
Erweiterbar
Die erste Ausbaustufe lief mit fünf Ventilen, heute sind es zwölf – neue Reihen hängen an neuen Ventilen, das Prinzip bleibt. Als nächste Stufen sind Fertigation, automatische Filterstation und zentrale Ventilsteuerung vorbereitet.
DIE ANLAGE
Container, Tropfer, Panels
Aufnahmen aus dem ersten Sommer 2024, kurz nach dem Aufbau der ersten Reihen.





SEIT 2024 IN BETRIEB
Erweiterungen und neue Kulturen

Mit dem Landwirt, der die Fläche bewirtschaftet, arbeiten wir bis heute zusammen. Die Himbeeranlage ist seit der ersten Saison mit fünf Ventilen mehrmals um weitere Reihen auf heute zwölf Ventile gewachsen; jede Erweiterung wird hydraulisch nachgerechnet, damit die Pumpe im Umlauf weiter ausreicht.
Auf anderen Teilflächen werden bereits Getreidekulturen angebaut; diese Feldkulturen stellen andere Anforderungen an die Wasserversorgung als die von uns ausgestatteten Himbeercontainer. Für die Himbeeren stehen als nächste Stufen die Düngung über die Anlage, eine automatisch rückspülende Filterstation und die zentrale Steuerung aller Ventile an.
IHR PROJEKT
Planen Sie eine Agri-PV-Fläche oder eine große Containeranlage?
Schicken Sie uns Lageplan, Kultur, Containerzahl und die verfügbare Wassermenge. Wir rechnen die Hydraulik durch, teilen die Fläche in Blöcke ein und stellen das Material zusammen – für den Aufbau durch Ihren Betrieb oder mit uns.