Zuletzt aktualisiert am 18.09.2026
Gartenbewässerung planen heißt zuerst einmal messen, nicht kaufen. Die meisten Anlagen, die wir im Sommer reparieren, wurden nicht falsch verlegt, sondern falsch geplant: zu viele Regner an einem Kreis, Sprühdüsen neben Getrieberegnern, kein Filter vor der Tropfleitung. Das lässt sich später nur mit Aufwand korrigieren – in der Planung dagegen mit einem Bleistiftstrich. In diesem Artikel zeigen wir, welche Daten eine Bewässerungsplanung braucht, wie aus Skizze und Eimertest ein Regnerplan wird, was Sie selbst tun können und wo der Profi ins Spiel kommt.
RATGEBER-ÜBERSICHT
Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Automatische Bewässerung: Systeme, Technik und Planung im Überblick – dort finden Sie alle Beiträge zum Thema im Zusammenhang.
Der Weg zum Plan in Kürze
Eine Gartenbewässerung wird in vier Schritten geplant: Wasserleistung und Druck am Anschluss messen, den Garten maßstäblich skizzieren, die Fläche in Kreise mit gleichem Bedarf teilen und für jeden Kreis Regner oder Tropfer auswählen. Aus diesen Angaben entsteht der Regnerplan mit Rohrführung, Ventilbox und Stückliste. Die Messung und die Skizze übernehmen Sie in einer Stunde selbst; den Regnerplan zeichnen wir kostenlos – über die Online-Planung oder im Gespräch in Neuss.

Warum die Planung über die Anlage entscheidet
Eine Bewässerungsanlage ist ein hydraulisches System: Jeder Regner braucht einen bestimmten Druck und eine bestimmte Wassermenge, und beides liefert der Anschluss nur in begrenzter Menge. Hängen zu viele Regner an einem Kreis, sinkt der Druck, die Wurfweite schrumpft, und zwischen den Regnern bleiben trockene Inseln. Mischt man Sprühdüsen mit 35 Millimetern Niederschlag pro Stunde und Getrieberegner mit 12 Millimetern im selben Kreis, ist die eine Hälfte überschwemmt, bevor die andere satt ist. Beides sieht man erst im Juli – und dann liegt alles unter der Grasnarbe.
Deshalb steht bei uns vor jedem Angebot der Plan. Er legt fest, welche Regner wo stehen, wie die Kreise geschnitten werden, welche Rohrdurchmesser nötig sind und wie lange jeder Kreis laufen muss. Der Plan ist zugleich die Stückliste: Wer danach einkauft, braucht keine dritte Fahrt zum Händler, weil noch zwei Verbinder fehlen.
Schritt 1: Wasserleistung und Druck messen
Alles beginnt am Außenhahn oder am geplanten Anschluss. Ein Eimer mit bekanntem Volumen wird bei voll geöffnetem Hahn gefüllt und die Zeit gestoppt: Sind 10 Liter in 20 Sekunden voll, liefert der Anschluss 30 Liter pro Minute oder 1.800 Liter pro Stunde. Dazu kommt der Fließdruck, den ein einfaches Manometer mit Schlauchgewinde am laufenden Hahn anzeigt – wichtig ist der Wert bei fließendem Wasser, nicht der Ruhedruck. Beide Zahlen bestimmen, wie viele Regner ein Kreis tragen kann: Ein Getrieberegner braucht rund 300 bis 500 Liter pro Stunde, eine MP-Rotator-Düse 100 bis 200, ein Meter Tropfrohr etwa 6 Liter. Wie Sie Ruhedruck, Eimertest und den Durchflusstest bei 3,5 bis 4,0 bar Schritt für Schritt messen, zeigt der Ratgeber Wasserleistung messen.
Bei Zisterne oder Brunnen ersetzt die Pumpenkennlinie den Eimertest: Aus Fördermenge und Förderhöhe der Pumpe ergibt sich, was am Regner ankommt. Wer noch keine Pumpe hat, plant sie nach dem größten Kreis – nicht umgekehrt.
Schritt 2: Den Garten aufmessen
Für die Planung braucht es eine maßstäbliche Skizze mit allen Flächen, die bewässert werden sollen: Rasen, Beete, Hecken, Kübel, Hochbeet, Gewächshaus. Ebenso wichtig ist, was nicht nass werden darf – Terrasse, Hauswand, Wege, das Auto des Nachbarn. Eingezeichnet werden außerdem der Wasseranschluss, der Platz für die Ventilbox, ein möglicher Stromanschluss für das Steuergerät und Hindernisse wie Bäume oder Wege, unter denen ein Rohr durchgeführt werden muss. Ein Lageplan aus den Bauunterlagen oder ein Luftbild mit Maßen reicht dafür völlig; in unserer Online-Planung zeichnen Sie die Flächen direkt auf dem Luftbild ein.
Schritt 3: Kreise einteilen
Ein Kreis ist eine Gruppe von Regnern oder Tropfern, die gemeinsam an einem Magnetventil hängen und gleichzeitig laufen. Die Regel ist einfach: In einen Kreis gehört nur, was denselben Wasserbedarf und dieselbe Niederschlagsrate hat. Rasen in der Sonne und Rasen im Schatten der Hecke sind zwei Kreise, Getrieberegner und Sprühdüsen ebenfalls, Rasen und Beet sowieso. Pro Kreis darf die Summe der Regner die gemessene Wasserleistung nicht überschreiten; bei 1.800 Litern pro Stunde sind das vier bis fünf Getrieberegner oder rund zehn MP-Rotator-Düsen. Ein normaler Hausgarten kommt so auf drei bis sechs Kreise.
Jeder dieser Kreise braucht ein eigenes Magnetventil; im Hausgarten sind 1-Zoll-Ventile wie Hunter PGV üblich, in größeren Anlagen ICV. Beide finden Sie unter Magnetventile für die Bewässerung.
Fläche | Regner / Tropfer | Wasserbedarf je Stück | Kreise je 1.800 l/h |
|---|---|---|---|
Rasen groß, ab 100 m² am Stück | Getrieberegner Hunter PGP / I-20 | 300–500 l/h | 4–5 Regner je Kreis |
Rasen klein oder verwinkelt | Hunter MP Rotator | 100–200 l/h | ca. 10 Düsen je Kreis |
Rasen, schmale Streifen | Sprühdüsen Pro-Spray mit Streifendüse | 150–300 l/h | 6–10 Düsen je Kreis |
Beete, Hecken | Tropfrohr Netafim 2 l/h alle 33 cm | ca. 6 l/h je Meter | bis 300 m Tropfrohr je Kreis |
Kübel, Hochbeet | Einzeltropfer 2–4 l/h | 2–4 l/h je Pflanze | praktisch unbegrenzt |
Schritt 4: Regner setzen und Rohrführung zeichnen
Jetzt entsteht der eigentliche Regnerplan. Regner werden an den Rändern und in den Ecken einer Fläche platziert, mit Wurfweiten, die sich gegenseitig erreichen – die Faustregel heißt Kopf-zu-Kopf: Der Strahl des einen Regners reicht bis zum nächsten. Nur so ist die Verteilung gleichmäßig, denn jeder Regner bringt direkt am Gehäuse deutlich mehr Wasser als am Ende seiner Wurfweite. Bei Getrieberegnern werden die Sektoren festgelegt, bei MP Rotator die Düsengröße. Dann wird die Rohrführung eingezeichnet: die Hauptleitung vom Anschluss zur Ventilbox, von dort ein Rohrstrang je Kreis. Für Beete und Hecken kommt die Tropfleitung mit Filter und Druckminderer dazu. Am Ende steht die Stückliste mit jedem Verbinder.
Die Regner aus dem Plan, vom MP Rotator über Pro-Spray-Gehäuse bis zum Getrieberegner, finden Sie unter Regner und Düsen. Die Stückliste nennt dafür jeweils Typ, Düse und Sektor.
Selbst planen oder planen lassen?
Die Schritte 1 und 2 – messen und skizzieren – erledigen Sie in einer Stunde selbst, und niemand kennt Ihren Garten besser. Schritt 3 und 4 sind Erfahrungssache: Wer zum ersten Mal plant, unterschätzt fast immer den Wasserbedarf, setzt Regner zu weit auseinander und vergisst die Ecken. Genau deshalb bieten wir den Regnerplan kostenlos an. Sie laden Skizze oder Luftbild mit Ihren Messwerten hoch, wir zeichnen den Plan mit Kreisen, Rohrführung, Ventilbox und Stückliste und besprechen ihn mit Ihnen. Ob Sie danach selbst verlegen, einen Garten- und Landschaftsbauer beauftragen oder unser Team kommt, bleibt Ihre Entscheidung.
Für die Steuerung gehört in den Plan auch die Frage, wie die Anlage bedient werden soll: ein Steuergerät wie der Hunter X-Core mit fester Programmierung oder eine WLAN-Steuerung mit Hydrawise, die Laufzeiten nach Wettervorhersage anpasst. Der Regensensor steht in jedem Plan – er ist der günstigste Wassersparer der ganzen Anlage.
Was eine geplante Anlage kostet
Das Material für einen normalen Hausgarten mit Rasen, Beeten und ein paar Kübeln liegt bei 1.300 bis 3.500 €. Der Plan selbst kostet nichts, und er verhindert die teuersten Fehler: doppelt gekauftes Material, Regner in falscher Größe und Kreise, die im ersten Sommer umgebaut werden müssen. Wer die Anlage von uns einbauen lässt, bekommt Planung, Material und Montage aus einer Hand; wer selbst baut, hat mit Plan und Stückliste alles für ein Wochenende.
Vorteile und Nachteile der professionellen Planung
Vorteile: Der Plan beruht auf gemessenen Werten und Herstellerdaten der Regner, nicht auf Schätzung. Kreise, Rohrdurchmesser und Laufzeiten passen zueinander, die Stückliste ist vollständig, und bei Fragen während des Einbaus gibt es einen Ansprechpartner, der den Plan kennt.
Nachteile: Die Planung braucht Ihre Vorarbeit – ohne Messwerte und Maße kann niemand seriös planen, auch wir nicht. Und ein Plan ist so gut wie die Skizze: Ein vergessener Baum oder ein falsch eingezeichneter Anschluss kostet später einen Nachtrag. Wer beides sorgfältig macht, hat dafür eine Anlage, die im ersten Sommer läuft, ohne dass jemand nachbessert.
Jetzt Garten online einzeichnen und Regnerplan anfordern
Unsere Hersteller für die geplante Gartenbewässerung
Für die Planung setzen wir auf die Herstellerdaten von Hunter – als autorisierter Hunter-Partner mit MP Rotator, Pro-Spray, PGP, I-20 und den Steuergeräten von X-Core bis Hydrawise – sowie auf Rain Bird. Beete, Hecken und Kübel planen wir mit Tropfrohren und Tropfern von Netafim als Netafim Premium Partner, die Filterung mit Azud und Arkal.
Häufige Fragen
Die Wasserleistung in Litern pro Minute und den Fließdruck am Anschluss, dazu eine maßstäbliche Skizze oder ein Luftbild mit allen Flächen, dem Wasseranschluss und dem Platz für Ventilbox und Steuergerät.
Das ergibt sich aus der Wasserleistung: Bei 1.800 Litern pro Stunde sind es vier bis fünf Getrieberegner oder rund zehn MP-Rotator-Düsen. Die Summe der Regner darf die gemessene Leistung nicht überschreiten.
Nein. Rasen wird beregnet, Beete werden getropft, und beide brauchen unterschiedliche Laufzeiten. In einen Kreis gehört nur, was denselben Bedarf und dieselbe Niederschlagsrate hat.
Bei uns nichts. Sie liefern Messwerte und Skizze, wir zeichnen Regnerplan, Rohrführung und Stückliste – über die Online-Planung oder im Gespräch in Neuss.
Ja. Der Plan enthält Regnerpositionen, Kreise, Rohrführung und Stückliste. Mit Grabenfräse oder Spaten ist ein normaler Hausgarten an einem Wochenende zu schaffen; unsere Anleitung zum Selberbauen beschreibt die zehn Schritte.
Messen und Skizzieren dauert etwa eine Stunde. Den Regnerplan erhalten Sie in der Saison in der Regel innerhalb weniger Werktage.
Ihr Regnerplan: Eimertest machen, Skizze schicken
Der Eimertest ist in wenigen Minuten erledigt – so geht's. Mit dem Wert und einer Skizze Ihres Gartens erstellen wir Ihnen über die Online-Planung Regnerplan und Stückliste, auch wenn Sie selbst bauen. Und wer erst einmal reden möchte, kommt in die kostenlose Erstberatung.
Zeichnen Sie Ihren Garten in der Online-Planung ein oder schicken Sie uns Skizze und Messwerte: Wir planen Ihre Gartenbewässerung mit Regnerplan und Stückliste – kostenlos. Fragen zur Planung beantworten wir gern direkt.