Veröffentlicht am 10.10.2026
Wer bei Netafim ein Tropfrohr sucht, findet schnell mehr Namen als Pflanzen im Beet: UniTechline, TechNet, UniRam, DripNet PC, StreamLine X, dazu Kürzel wie PC, AS und CNL und Typnummern wie 16010 oder 20012. Klingt nach Ersatzteilkatalog, ist aber eigentlich ganz logisch. In diesem Artikel erfahren Sie, was die Kürzel bedeuten, wie sich die Netafim-Tropfrohre aus unserem Shop technisch unterscheiden und welches Rohr in die Hecke, unter den Rasen, ins Gewächshaus, in die Obstanlage oder ins Gemüsefeld gehört.
RATGEBER-ÜBERSICHT
Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Tropfbewässerungssystem: Tropfrohr, Tropfschlauch, Verlegung und Praxis – dort finden Sie alle Beiträge zum Thema im Zusammenhang.
Sechs Netafim-Rohre, drei Einsatzwelten
Für Hecke und Beet nehmen wir das braune UniTechline oder das TechNet, unter den Rasen das UniTechline: dickwandig, druckkompensierend, mit Anti-Siphon. UniRam ist das robuste Dauerrohr für Obstreihen, lange Stränge und – als CNL-Ausführung – für das Gewächshaus. Die StreamLine X und das dünnwandige DripNet PC sind für Kulturen gedacht, die nach einer oder wenigen Saisons wieder abgeräumt werden. Und egal welches Rohr: Ohne Filter mit 120 mesh davor hält keines lange.
Was bedeuten PC, AS und CNL auf der Rolle?
PC steht für „pressure compensating“, also druckkompensierend. Ein solcher Tropfer gibt innerhalb seines Druckbereichs immer dieselbe Menge ab, egal ob er am Anfang oder am Ende eines langen Strangs sitzt, oben oder unten am Hang. Laut Netafim arbeiten die Tropfer im GaLaBau-Sortiment gleichmäßig zwischen 0,5 und 4 bar. Ein nicht kompensierter Tropfer liefert dagegen mehr Wasser, wenn mehr Druck ansteht.
AS heißt Anti-Siphon. Wenn die Leitung nach dem Bewässern leerläuft, entsteht im Rohr ein leichter Unterdruck. Ohne Schutz saugt der Tropfer dabei Erde und Schmutzwasser an, und genau das setzt unterirdisch verlegte Tropfer auf Dauer zu. Für jede Verlegung im Boden setzen wir deshalb nur Rohre mit AS ein.
CNL bedeutet „compensating non leakage“, auf Deutsch Leckstopp. Der Tropfer schließt unterhalb eines Mindestdrucks, beim UniTechline und beim UniRam CNL laut Netafim unter 0,14 bar. Die Leitung bleibt gefüllt, nichts tropft nach, und beim nächsten Start liefern alle Tropfer sofort. Das braucht man für Impulsbewässerung mit vielen kurzen Gaben am Tag.
Bei den dickwandigen Rohren verrät die Typnummer Durchmesser und Wand: 16010 steht für 16 Millimeter mit 1,0 Millimeter Wand, 20012 für 20 Millimeter mit 1,2 Millimeter, 16012 für 16 Millimeter mit 1,2 Millimeter. Der Name Techline steht bei Netafim übrigens für eine Rohrfamilie für schlechte Wasserqualität und steiles Gelände; als eigenen Artikel führen wir sie nicht, im Garten setzen wir das UniTechline ein.
Die Netafim-Tropfrohre aus unserem Shop im Vergleich
Die Werte stammen von Netafim; wo Netafim mehrere Varianten anbietet, nennen wir die Ausführungen, die Sie bei uns bekommen.
Für die Dauerverlegung in Garten und Grünanlage
UniTechline 16012 AS | TechNet | UniRam 16010 | |
|---|---|---|---|
Druckkompensiert | ja, 0,5 bis 4,0 bar | ja, 0,4 bis 3,5 bar (2,0-l/h-Tropfer) | ja, 0,5 bis 4,0 bar (CNL: 1,0 bis 4,0 bar); Rohr bis 3,5 bar Betriebsdruck |
Ausführung | AS | AS | AS oder CNL |
Durchfluss je Tropfer | 2,3 l/h | 2,0 l/h | 1,0, 1,6 oder 2,3 l/h |
Tropferabstand | 30 cm | 30 cm | 30 oder 50 cm (CNL nur 30 cm) |
Rohr und Wand | 16 mm, 1,2 mm Wand, braun | 16 mm, 1,2 mm Wand, braun | 16 mm, 1,0 mm Wand |
Gleichmäßig bis | über 150 m Strang | über 140 m Strang | je nach Tropfer, Abstand und Gefälle |
Wurzeleinwuchs-Schutz | ja, Barriere im Tropfer | laut Netafim hochbeständig gegen Wurzeleintritt | ja, Barriere im Tropfer |
Verlegung | oberirdisch, unter Mulch, unterirdisch | oberirdisch und unterirdisch | oberirdisch, unter Mulch, unterirdisch |
Filter | 120 mesh | 120 mesh | 120 bis 80 mesh |
Im Shop |
Für Obstbau, Feld und Gewächshaus
UniRam 20012 | DripNet PC | StreamLine X | |
|---|---|---|---|
Druckkompensiert | ja, 0,5 bis 4,0 bar (CNL: 1,0 bis 4,0 bar); Rohr bis 4,0 bar | ja, 0,4 bis 3,0 bar (1,0 und 1,6 l/h) | nein |
Ausführung | AS oder CNL | AS bei den dickwandigen Typen | Standard; ReGen und InsectShield als Sondervarianten |
Durchfluss je Tropfer | 1,0, 1,6 oder 2,3 l/h | 1,6 l/h (dickwandig), 1,0 l/h (dünnwandig) | 0,75 l/h |
Tropferabstand | 30 oder 50 cm | 30 oder 50 cm | 20 oder 30 cm |
Rohr und Wand | 20 mm, 1,2 mm Wand | 16 mm/1,0 mm, 20 mm/1,2 mm oder 16 mm/0,38 mm | 16 oder 22 mm, 0,15 bis 0,20 mm Wand |
Max. Druck | 4,0 bar | 3,0 bar (dickwandig, 1,6 l/h), 2,2 bar (16150) | 1,0 bar (16060, 22080) |
Standzeit | laut Netafim für Dauerkulturen mit zehn und mehr Saisons | dickwandig mehrjährig, dünnwandig laut Netafim halbdauerhaft | laut Netafim eine Saison |
Filter | 120 bis 80 mesh | 120 bis 80 mesh | 120 mesh |
Im Shop |
Für ebene Feldreihen führen wir zusätzlich das nicht druckkompensierende Netafim Aries, etwa das Aries 16250 mit 1,9 l/h im Abstand von 30 cm. Alle Rohre finden Sie in der Kategorie Tropfrohre & Tropfschläuche.
Wann zahlt sich Druckkompensation aus?
Immer dann, wenn der Druck entlang des Strangs nicht gleich ist: am Hang, bei langen Leitungen und bei schwankendem Pumpendruck. Jeder Meter Höhenunterschied verändert den Druck um rund 0,1 bar. Ein nicht kompensiertes Rohr gibt unten am Hang deshalb mehr Wasser ab als oben. Wie stark, zeigt die StreamLine X: Netafim nennt für ihre Tropfer mit 0,72 bis 0,80 l/h einen Exponenten von 0,48.
► Doppelter Druck bringt damit rund 40 Prozent mehr Wasser. Auf ebener Fläche ist das kein Problem, am Hang schon. Netafim selbst bewertet beim Kartoffel-Set mit StreamLine X eine Steigung von mehr als einem Meter auf 150 Metern Strang bereits als kritisch.
Doch auch die Druckkompensation hat eine Grenze. Unterhalb des Mindestdrucks regelt kein Tropfer mehr. Wer mit 0,3 bar am Strangende ankommt, hat ein Planungsproblem und kein Tropferproblem. Netafim empfiehlt deshalb einen Druckanzeiger an der Stelle mit dem niedrigsten Druck, also am Strangende.
Die Wandstärke entscheidet über die Standzeit
Das Tropfrohr im Garten liegt viele Jahre unter Mulch oder Erde. Dafür sind die dickwandigen Rohre mit 1,0 bis 1,2 Millimeter Wand gebaut. Die dünnwandigen Ausführungen sind etwas ganz anderes: Das DripNet PC 16150 hat 0,38 Millimeter Wand, die StreamLine X nur 0,15 bis 0,20 Millimeter. Sie sind leicht, günstig je Meter und mit der Maschine schnell verlegt, aber nicht für die Dauer gebaut: Netafim sieht die StreamLine X für eine einzige Saison vor und ordnet das dünnwandige DripNet PC als halbdauerhafte Lösung ein.
Für den Dauereinsatz im Garten sind DripNet dünnwandig und StreamLine X nicht geeignet. Sie vertragen weder Hacke noch mehrfaches Auf- und Abrollen, und die StreamLine X 16060 und 22080 sind nur bis 1,0 bar ausgelegt. Am Hausanschluss ohne Druckregler platzt so eine Leitung schneller, als man „Tropfband“ sagen kann.
Welches Netafim-Tropfrohr passt zu welchem Einsatz?
Hecke und Staudenbeet im Hausgarten
Hier liegt das Rohr dauerhaft unter Mulch, und genau dafür sind UniTechline und TechNet gemacht: braun, unauffällig, mit Anti-Siphon und laut Netafim gut geschützt gegen einwachsende Wurzeln. Im Beet legen wir die Stränge im Abstand von 30 bis 45 Zentimetern, an schmalen Hecken reicht meist ein Strang, bei Hecken über 60 Zentimeter Breite nehmen wir zwei. Wie Sie Strang und Abstand planen, steht im Ratgeber Heckenbewässerung.
Wenn das Rohr oberirdisch oder unter Mulch liegt, gibt es eine günstigere Alternative: unser eigenes GalaDrip 16012 AS. Gleiche Bauart mit 16 Millimetern, 1,2 Millimeter Wand, Anti-Siphon und Tropfern alle 30 Zentimeter, druckkompensiert zwischen 0,8 und 4,0 bar mit 2,1 l/h je Tropfer. Was fehlt, ist der Wurzelschutz. Für die dauerhafte Verlegung im Boden bleiben wir deshalb beim UniTechline.
Rasen mit Tropfrohr von unten
Für den Rasen empfiehlt Netafim das UniTechline 16012 AS. Die Eckdaten laut Netafim: Rohrabstand höchstens 30 Zentimeter, bei Neuansaat 25, Verlegetiefe 10 bis 15 Zentimeter, bis zu 150 Meter Rohr je Zone. Dazu gehören ein Entlüftungsventil am höchsten Punkt und ein Spülventil am Strangende. Ehrlich gesagt ist das im Hausgarten aufwendiger als eine Anlage mit Versenkregnern. Wann sich das Tropfrohr unter dem Rasen trotzdem lohnt, vergleichen wir im Beitrag Rasenbewässerung unterirdisch.
Gewächshaus und Substratkultur
Im Gewächshaus wird oft mehrmals am Tag kurz gegossen, im Substrat erst recht. Das ist der Fall für CNL: Das UniRam 16010 in der CNL-Ausführung mit 30 Zentimetern Abstand bleibt gefüllt, tropft nach dem Abschalten nicht nach und liefert beim nächsten Impuls sofort an jedem Tropfer. Beachten Sie: Die CNL-Tropfer regeln laut Netafim erst ab 1,0 bar gleichmäßig, nicht schon ab 0,5 bar wie die AS-Ausführung. Laut Netafim sind druckkompensierende Tropfer mit Leerlaufsperre für die Pulsbewässerung im Substrat die passende Wahl, etwa bei Heidelbeeren. Mehr zur Technik im Glashaus lesen Sie auf unserer Seite Gewächshaus-Bewässerung.
Obstanlage und andere Dauerkulturen
Obst- und Beerenreihen stehen viele Jahre. Dafür ist UniRam gebaut: physische Wurzelbarriere, selbstspülendes Labyrinth und von Netafim für Dauerkulturen mit zehn und mehr Saisons vorgesehen. Bis etwa 100 Meter Reihe reicht uns das 16010, darüber nehmen wir das 20012: Mit 17,5 statt 14,2 Millimeter Innendurchmesser erlaubt es bei gleicher Gleichmäßigkeit deutlich längere Stränge. Im Apfelanbau hängt das Rohr laut Netafim am Drahtrahmen, geschützt vor Maschinen, oder liegt unterirdisch. Mehr dazu auf der Seite Bewässerung für den Obstbau.
Gemüse und Kartoffeln für eine Saison
Bei Reihenkulturen, die jedes Jahr neu verlegt werden, zählt der Preis je Meter. Hier sind StreamLine X und das dünnwandige DripNet PC 16150 die wirtschaftliche Wahl. Die StreamLine X schafft laut Netafim auf ebener Fläche bei 1,0 bar Eingangsdruck je nach Typ und Abstand 132 bis 311 Meter Strang. Für Kartoffeln empfiehlt Netafim die Verlegung auf der Dammkrone. Am Hang nehmen Betriebe statt der StreamLine X besser das druckkompensierende DripNet PC. Wie sich Tropfbewässerung im Feld rechnet, steht auf der Seite Tropfbewässerung in der Landwirtschaft.
120 mesh vor jeder Tropfzone
Ein Tropfer hat Durchlässe von Bruchteilen eines Millimeters. Netafim empfiehlt für alle Tropfrohre eine Filterfeinheit von 120 mesh, das entspricht rund 130 Mikrometern. Die Angabe mesh zählt die Maschen je Zoll: Je höher die Zahl, desto feiner der Filter. Bei UniRam und DripNet PC nennt Netafim je nach Tropfer 120 bis 80 mesh.
Im Garten setzen wir meist einen Arkal-Scheibenfilter von Netafim ein. Gestapelte Kunststoffscheiben mit feinen Rillen halten die Partikel zurück, gereinigt wird ohne Werkzeug. Alternativ gibt es Siebfilter mit 120 mesh in ¾ Zoll und 1 Zoll.
► Rechenbeispiel: Eine 100-Meter-Rolle UniTechline hat rund 333 Tropfer mit je 2,3 l/h, zusammen also gut 750 Liter pro Stunde. Der Arkal-Scheibenfilter ¾ Zoll schafft bis zu 4 m³/h und ist damit für eine solche Zone mehr als ausreichend. Bei Brunnen- oder Zisternenwasser muss er öfter gereinigt werden als bei Leitungswasser. Mehr dazu im Beitrag Warum die richtige Wasserfilterung so wichtig ist.
Unsere Hersteller
Netafim (UniTechline, TechNet, UniRam, DripNet PC, StreamLine X, Aries, Arkal-Filter, TechFlow- und PCJ-Einzeltropfer) und Hunter (Steuergeräte und Magnetventile für die Tropfzone), dazu unsere Eigenmarke GalaDrip für Tropfrohr, Zuleitung und Einzeltropfer. Mehr über den Hersteller lesen Sie auf unserer Seite Netafim, Filter finden Sie unter Scheibenfilter und Siebfilter.
Häufige Fragen
Das UniTechline 16012 AS oder das TechNet. Beide sind 16 Millimeter stark, druckkompensierend, haben Anti-Siphon, sind laut Netafim gegen Wurzeleintritt geschützt und dürfen dauerhaft unter Mulch liegen. Liegt das Rohr nur oberirdisch oder unter Mulch, ist unser GalaDrip 16012 AS die günstigere Alternative.
Beide sind druckkompensierend mit Anti-Siphon und Wurzelbarriere. Das UniTechline ist das braune Gartenrohr mit 1,2 Millimeter Wand, bei uns mit 2,3 l/h alle 30 Zentimeter. UniRam gibt es mit 1,0, 1,6 oder 2,3 l/h, mit 30 oder 50 Zentimetern Abstand, als AS oder CNL und als 20-Millimeter-Rohr für lange Reihen im Obstbau.
Nein. Beide haben nur 0,15 bis 0,38 Millimeter Wand: Die StreamLine X ist laut Netafim für eine Saison gedacht, das dünnwandige DripNet PC für halbdauerhafte Anlagen. Sie vertragen keine Hacke, und die StreamLine X ist zum Teil nur bis 1,0 bar ausgelegt. Für Beete, Hecken und Rasen nehmen Sie ein dickwandiges Rohr mit 1,0 bis 1,2 Millimeter Wand.
Netafim empfiehlt 120 mesh, das sind rund 130 Mikrometer. Im Garten reicht meist ein Arkal-Scheibenfilter ¾ Zoll mit bis zu 4 m³/h. Bei Brunnen- oder Zisternenwasser reinigen Sie ihn öfter.
Laut Netafim gibt das UniTechline über mehr als 150 Meter gleichmäßig ab, das TechNet über mehr als 140 Meter, abhängig von Tropferabstand, Eingangsdruck und Gefälle. Im Garten planen wir mit Reserve, beim UniTechline mit 2,3 l/h etwa 80 bis 100 Meter je Strang, und rechnen die genaue Länge für Ihre Fläche aus.
Netafim-Tropfzone planen lassen oder selbst bauen?
Schicken Sie uns eine Skizze oder ein Foto Ihrer Hecke, Ihres Beets oder Ihrer Obstreihe über die Online-Planung – Sie bekommen die passende Rolle samt Filter, Verbindern und Spülventil als Stückliste zurück, auch wenn Sie selbst verlegen. Für größere Flächen sprechen wir lieber direkt in der kostenlosen Erstberatung. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung!
Über den Autor: Jürgen Hackländer
Geschäftsführer von aqua.naturale Beregnung. Jürgen Hackländer kommt aus dem Handwerk und arbeitet bis heute selbst mit den Produkten, die er empfiehlt — seit über 25 Jahren, mit mittlerweile mehr als 15.000 zufriedenen Kunden. Durch regelmäßige Schulungen und ständigen Kontakt zu den Herstellern bleibt er technisch auf dem neuesten Stand.
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