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BEREGNUNG IN DER LANDWIRTSCHAFT

Beregnungsanlage für die Landwirtschaft: Überkopfberegnung von Feldsalat und Blattgemüse

Feldsalat wird dicht gesät, flach gewurzelt und gewaschen verkauft. Eine Tropfleitung erreicht diesen Bestand nicht, ein Weitwurfregner schlägt ihn nieder. Dazwischen liegt die Überkopfberegnung mit Kleinregnern in Totalbedeckung – gleichmäßig, mit feinem Tropfen und an Hitzetagen auch als Kühlung. Am Beispiel einer gerechneten 30-Hektar-Anfrage zeigen wir, was so eine Anlage leistet und was sie braucht.

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AUF EINEN BLICK

Das Wichtigste auf einen Blick

Totalbedeckung 9 × 8 m

Netafim MegaNet Kleinregner im festen Raster, alle gleichzeitig im Betrieb. Jede Stelle wird von mehreren Regnern getroffen.

4,5 mm/h, feiner Tropfen

Niederschlag unter der Aufnahmefähigkeit des Bodens, kein Verschlämmen, keine Erde auf dem Blatt – bei Waschware kein Nebenaspekt.

Halbe Pumpenleistung

4,55 kW statt 10,8 kW für dieselben 6 ha, weil der Regner mit 2,3 bar auskommt statt mit über 3,5 bar.

Blattkühlung an Hitzetagen

Kurze Takte über den ganzen Bestand senken die Blatttemperatur. Nur mit Totalbedeckung möglich, nicht mit Wanderregnern.

FÜR WEN SICH DAS LOHNT

Für welche Kulturen Überkopfberegnung die richtige Wahl ist

Feldsalat, Rucola, Spinat, Babyleaf

Dicht gesäte Blattkulturen ohne Reihenabstand. Der ganze Boden ist Wurzelraum, also muss die ganze Fläche Wasser bekommen. Tropfleitungen im Abstand von 30 cm würden hier nur Streifen versorgen.

Auflaufberegnung nach der Saat

Feine Samen brauchen eine gleichmäßig feuchte Oberfläche, bis der Keimling steht. Ein grober Tropfen verschlämmt den Boden und bildet Krusten; der feine Tropfen des Kleinregners nicht.

Reihenkulturen: eher Tropfbewässerung

Tomaten, Kürbis, Erdbeeren, Obst und Wein haben feste Pflanzabstände. Dort bringt eine Tropfleitung das Wasser mit 90 bis 95 % Wirkungsgrad an die Wurzel und hält das Laub trocken. Überkopf wäre Verschwendung.

DIE AUFGABENSTELLUNG

Was der Betrieb wollte: 30 Hektar Feldsalat, zwei Ziele

Die Anfrage eines Gemüsebaubetriebs vom Herbst 2025 beschreibt den Normalfall im Freilandgemüsebau am Niederrhein: rund 30 ha Feldsalat, Feldlängen bis 600 m, eine vorhandene Ringleitung mit bis zu 8 bar Eingangsdruck. Zwei Ziele standen im Lastenheft. Erstens eine zuverlässige, gleichmäßige Wasserversorgung, die sich schnell auf- und abbauen lässt, weil die Flächen wechseln. Zweitens die aktive Abkühlung des Bestands an Hitzetagen – ein Punkt, der in den letzten Sommern vom Wunsch zur Anforderung geworden ist.

Wir haben die Anfrage mit Netafim und einem Planungsbüro als Systemberechnung für eine Musterfläche von 6 ha durchgerechnet. Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus dieser Berechnung vom November 2025; wo sie das Planungsbüro ermittelt hat, steht es dabei. Betrieb und Standort nennen wir nicht.

Minibagger zieht den Graben für die Feldzuleitung entlang eines Wirtschaftswegs
Die Zuleitung liegt am Wirtschaftsweg im Graben; auf dem Feld selbst wird nichts eingegraben, damit die Anlage mit der Fruchtfolge wandern kann.

DAS SYSTEM

Totalbedeckung mit Kleinregnern: so ist die Anlage aufgebaut

Totalbedeckung heißt: Die ganze Fläche eines Blocks steht unter Regnern, und alle laufen gleichzeitig. Der einzelne Regner ist klein – der Netafim MegaNet 15 D ist ein Doppelstrahl-Impulsregner mit 15° Strahlanstieg, 350 l/h bei 2,3 bar und eingebautem Filter. Im Raster von 9 m auf der Leitung und 8 m zwischen den Leitungen überlappen sich die Wurfkreise so weit, dass jede Stelle von drei bis vier Regnern getroffen wird. Der flache Strahlanstieg hält den Wasserschleier auch bei Wind zusammen; das ist der Grund, warum am Feldrand nicht das 24°-Modell steht.

Die Regner sitzen auf MegaStand-Standrohren, die Regnerleitungen sind FlexNet-Flachschläuche in 2 Zoll mit Gewindeanschluss alle 9 m, die Querverteilung läuft in 3 Zoll. Der Flachschlauch wiegt leer fast nichts, wird auf der Rolle ausgelegt und am Saisonende wieder aufgerollt – 230 kg Regnerleitung je Hektar statt rund 1.100 kg verzinktem Stahlrohr bei der klassischen Anlage.

Blöcke statt Feldlänge

600 m Feldlänge werden nicht am Stück beregnet. Die Musterfläche von 600 × 100 m ist in neun Blöcke à rund 0,7 ha geteilt; kein Block ist länger als 200 m. Darüber fällt der Druck entlang der Leitung so weit ab, dass der letzte Regner spürbar weniger wirft als der erste, und die Gleichmäßigkeit geht verloren. Neun Blöcke nacheinander mit je 30 m³/h sind für die Pumpe außerdem leichter zu tragen als eine Fläche mit 270 m³/h.

HITZETAGE

Blattkühlung: Beregnung, die nicht bewässern soll

An Tagen über 30 °C schließt Feldsalat die Spaltöffnungen, das Wachstum steht, und bei anhaltender Hitze schießen die Pflanzen, statt Rosetten zu bilden. Die Überkopfberegnung kann dagegen etwas tun, was keine Tropfleitung kann: den Bestand kühlen. Dafür läuft die Anlage in kurzen Takten von wenigen Minuten, mehrmals in der heißen Tageszeit. Das Wasser verdunstet auf dem Blatt und entzieht dabei Wärme – dieselbe Physik, die einen nassen Arm im Wind kalt werden lässt. Der Boden nimmt dabei kaum Wasser auf; die Gabe ist zu klein.

Zwei Voraussetzungen. Die Anlage muss die ganze Fläche gleichzeitig bedienen, sonst ist der erste Block schon wieder trocken, wenn der letzte an der Reihe ist – deshalb Totalbedeckung. Und die Tropfengröße muss fein sein, weil ein Weitwurfregner mit 6 mm/h und grobem Tropfen die Rosetten niederschlägt. Ehrlich dazu: Nasse Blätter über Stunden erhöhen den Pilzdruck. Die Kühltakte gehören deshalb in die Mittagszeit, wenn das Blatt in Minuten abtrocknet, nicht in den Abend.

DER VERGLEICH

Kleinregner oder klassische Anlage: dieselbe Fläche, zweimal gerechnet

Das Planungsbüro hat die 6 ha zusätzlich als klassische Anlage gerechnet: Messingregner im Abstand 18 × 12 m auf verzinkten Stahlrohren, wie sie auf vielen Betrieben seit Jahrzehnten laufen. Die Gegenüberstellung aus der Systemberechnung (November 2025):

Je 6 ha MusterflächeMegaNet, Raster 9 × 8 mKlassisch, Raster 18 × 12 m
Wasserverteilung (DU / SC)DU über 80 %, SC unter 1,2DU unter 60 %, SC über 1,4
Strahlanstieg15°über 24°
Betriebsdruck am Regner2,3 barüber 3,5 bar
Niederschlag4,5 mm/h6 mm/h
Leistung am Anschlusspunkt30 m³/h bei 3,5 bar42 m³/h bei 5,5 bar
Energiebedarf Pumpstation4,55 kW10,8 kW
Regnerleitungen je Hektar230 kg Flachschlauchrund 1.100 kg Stahlrohr
Regner und Standrohre je Hektar35 kgrund 90 kg
Regner je Hektar130 Stück48 Stück

DU = Distribution Uniformity, SC = Scheduling Coefficient; beide Werte aus der Systemberechnung des Planungsbüros. Je höher DU und je näher SC an 1, desto gleichmäßiger die Verteilung.

Der stärkste Wert steht in der Zeile Energie: weniger als die Hälfte der Anschlussleistung, und das bei besserer Verteilung. Über eine Saison summiert sich das bei jeder Beregnungsstunde. Dazu kommt der feinere Tropfen, der den Boden nicht aufschlämmt – bei Feldsalat, der gewaschen in die Schale geht, entscheidet das über Sortierverluste.

Was die Kleinregner-Anlage kostet, sagt das Planungsbüro ebenso deutlich: fast dreimal so viele Regner, mehr Schlauch, mehr Anschlüsse und damit ein höheres Anfangsinvest. Der Unterschied holt sich über Strom und Verteilung wieder herein, aber nicht in der ersten Saison. Wer eine funktionierende klassische Anlage hat, tauscht sie deswegen nicht aus; wer neu baut oder erweitert, rechnet beides.

AUSLEGUNG

Auslegung: Blocklänge, Anschlussleistung, Filter

Anschlusspunkt. Für einen Block braucht die Anlage 31 m³/h bei 3,5 bar. Die vorhandene Ringleitung mit bis zu 8 bar liefert das ohne Pumpe, aber mit Druckminderer; bei einem Brunnen entscheidet die Förderleistung über die Blockgröße, nicht umgekehrt. Ein Wasserzähler am Anschlusspunkt gehört dazu, weil Beregnungswasser im Freiland in der Regel erlaubnispflichtig ist und abgerechnet wird.

Filterung. Der MegaNet hat einen eingebauten Feinfilter, verstopft aber bei Sand und Algen trotzdem. Vor die Anlage gehört ein Scheibenfilter mit 120 Mesh, ausgelegt auf den Durchfluss: Für 31 m³/h reicht ein einzelner Arkal 2" DUAL mit 25 m³/h nicht, es werden zwei parallel oder eine 3"-Batterie. Bei Brunnenwasser mit Sandanteil sitzt ein Hydrozyklon davor, sonst ist der Scheibenfilter nach einer Stunde dicht.

Steuerung. Neun Blöcke nacheinander lassen sich von Hand fahren – mit einem Kugelhahn je Block. Wer die Kühltakte am Mittag nicht selbst schalten will, setzt Magnetventile in 2 oder 3 Zoll und ein Steuergerät mit Wettersensor; für die Kühlung zählt dann die Lufttemperatur, nicht der Kalender.

Und der Winter. Flachschlauch, Standrohre und Regner kommen im Herbst vom Feld. Was in der Erde bleibt – Zuleitung, Schacht, Armaturen – wird entleert oder ausgeblasen, wie bei jeder Einwinterung.

Betonschacht am Feldrand mit Absperrventil und Wasserzähler der Feldzuleitung
Der Anschlusspunkt sitzt im Schacht am Feldrand: Absperrung, Zähler, Filter – alles, was über Winter im Boden bleibt.

AUS UNSEREM SHOP

Drei Bausteine für die Feldberegnung

Der MegaNet-Regner als Kern der Anlage, der Arkal-Scheibenfilter für Leitungs- und Brunnenwasser und der Hydrozyklon als Sandabscheider davor. Flachschlauch, Standrohre und Verteiler in Projektmengen bekommen Sie über ein Angebot.

Preise inkl. MwSt. Für Feldanlagen erstellen wir ein Angebot mit Staffelpreisen auf Basis Ihres Flurstücks.

FAQ

Häufige Fragen zur Beregnung in der Landwirtschaft

Bei dicht gesäten Kulturen wie Feldsalat, Rucola oder Spinat, bei Auflaufberegnung nach der Saat und überall dort, wo der Bestand an Hitzetagen gekühlt werden soll. Für Reihenkulturen mit festem Pflanzabstand – Tomaten, Kürbis, Erdbeeren, Obst – ist Tropfbewässerung meist die sparsamere Wahl.

Alle Regner einer Fläche stehen gleichzeitig im Betrieb, in einem festen Raster, hier 9 m auf der Leitung und 8 m zwischen den Leitungen. Die Wurfkreise überlappen sich so weit, dass jede Stelle von mehreren Regnern getroffen wird. Das ergibt die gleichmäßige Verteilung, die eine feine Kultur braucht.

Für die gerechnete Musterfläche von 6 ha: 30 m³/h bei 3,5 bar am Anschlusspunkt und 4,55 kW Pumpenleistung, wenn die Fläche in neun Blöcken nacheinander beregnet wird. Die klassische Anlage mit Weitwurfregnern braucht für dieselbe Fläche 42 m³/h bei 5,5 bar und 10,8 kW (Systemberechnung des Planungsbüros, November 2025).

Mit kurzen Beregnungstakten von wenigen Minuten in der heißesten Zeit des Tages. Das Wasser verdunstet auf dem Blatt und entzieht dem Bestand Wärme; der Boden wird dabei kaum feuchter. Dafür muss die Anlage die ganze Fläche gleichzeitig bedienen können, was nur mit Totalbedeckung geht.

Kleinregner haben Düsen von wenigen Millimetern und einen eingebauten Feinfilter, verstopfen aber bei Sand und Algen trotzdem. Üblich ist ein Scheibenfilter mit 120 Mesh, bei Brunnenwasser mit Sandanteil zusätzlich ein Hydrozyklon davor. Der Filter wird nach dem Durchfluss der Anlage gewählt, nicht nach dem Rohrdurchmesser.

IHR FELD

Beregnungsanlage für Ihre Fläche rechnen lassen

Schicken Sie uns Flurstück, Kultur und Wasserquelle. Sie bekommen eine Systemberechnung mit Blockeinteilung, Anschlussleistung und Materialliste – als Kleinregner-Anlage und, wo es sinnvoll ist, im Vergleich zur klassischen oder zur Tropfbewässerung. Netafim Premium Partner, Lager in Neuss.

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