Zuletzt aktualisiert am 18.09.2026
Überflur oder Unterflur, Sprühdüse oder Tropfleitung — wer sich zum ersten Mal mit automatischer Bewässerung beschäftigt, stößt schnell auf eine ganze Reihe von Fachbegriffen. Wir bringen Ordnung in die wichtigsten Bewässerungsarten und zeigen, welche Methode zu welcher Situation passt.
RATGEBER-ÜBERSICHT
Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Automatische Bewässerung: Systeme, Technik und Planung im Überblick – dort finden Sie alle Beiträge zum Thema im Zusammenhang.
Von oben oder an der Wurzel
Überflur heißt: Das Wasser kommt von oben, verteilt durch Versenkregner – die richtige Wahl für Rasenflächen. Unterflur heißt: Das Wasser geht direkt an die Wurzel, über Tropfleitungen im oder auf dem Boden – die richtige Wahl für Beet, Hecke, Kübel und Gemüse. Die meisten Gärten brauchen beides, in getrennten Kreisen. Als Richtwert für die Wochenmenge gelten 15 bis 20 Liter je Quadratmeter im Frühjahr und 25 bis 40 Liter im Hochsommer.
Welche Bewässerungsart zu welchem Teil Ihres Gartens passt, fassen wir auf unserer Seite zur Gartenbewässerung zusammen.
Überflur-Beregnung: Wasser von oben
Bei der Überflur- oder Überkopf-Beregnung fällt das Wasser von oben auf die Fläche — im Hausgarten übernehmen das versenkbare Regner, die im Ruhezustand unsichtbar im Boden verschwinden und nur während des Betriebs ausfahren.
- Versenkbare Sprühdüsen: Wurfweite bis ca. 10 Meter, geeignet für kleinere Beete und Grünflächen mit unregelmäßigen Formen.
- Getriebeversenkregner: Wurfweite von 12 bis 22 Metern, wirtschaftlich für größere, zusammenhängende Rasenflächen.
Welcher Regnertyp zur jeweiligen Teilfläche passt, entscheidet sich an Zuschnitt, Größe und Bepflanzung — eine sorgfältige Planung zahlt sich hier langfristig aus.
Unterflur-Bewässerung: Wasser direkt an der Wurzel
Bei der Unterflur-Bewässerung gelangt das Wasser gezielt an die Wurzeln, statt die gesamte Fläche zu benetzen. Das spart Wasser und hält gleichzeitig das Blattwerk trocken — ein handfester Vorteil, denn feuchte Blätter sind ein Einfallstor für Pilzkrankheiten.
- Tropfbewässerung: Unterirdisch verlegte Leitungen mit Tropfern, die Wasser je nach Bodenfeuchte regulieren. Einzeltropfer eignen sich für Gemüse, Obst, Blumen, Bäume, Sträucher und Hecken gleichermaßen — und minimieren das Risiko für Schädlingsbefall, weil kaum Feuchtigkeit an der Oberfläche steht.
- Mikrosprüher: Für Bäume, Sträucher, Kübel und Blumenbeete, in verschiedenen Ausführungen je nach gewünschter Reichweite und Sprühbild.
Wie viel und wann sollten Sie gießen?
Als grober Richtwert für die Gießmenge pro Woche gilt, abhängig von der Jahreszeit:
- März bis Mai: ca. 15–20 Liter/m²
- Juni bis September: ca. 25–40 Liter/m²
- Oktober bis November: ca. 5–10 Liter/m²
Diese Werte sind Durchschnittswerte ohne natürlichen Niederschlag — die tatsächlich passende Menge hängt von Lichteinfall, Windexposition und Wurzelkonkurrenz durch Bäume ab und sollte bei der Anlagenplanung individuell festgelegt werden.
Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist früh am Morgen, etwa ab 4 Uhr: Dann verdunstet am wenigsten Wasser, und der Boden trocknet tagsüber wieder ab — ein feuchtwarmer Boden über Nacht begünstigt dagegen Schädlinge und Pilzkrankheiten. Im Winter braucht die Anlage keine zusätzliche Feuchtigkeit; stattdessen wird sie im Spätherbst mit Druckluft entleert, damit nichts einfriert.
Unsere Hersteller für alle Bewässerungsarten
Für die Umsetzung setzen wir auf bewährte Markenqualität: Hunter, Netafim, Rainbird und Azud. Mehr zu den passenden Versenkregnern und dazu, wie Sie Bewässerungsanlage richtig einstellen, finden Sie in unseren weiterführenden Beiträgen. Welches System insgesamt am besten zu Ihrem Garten passt, erfahren Sie in unserem Beitrag „Welches Bewässerungssystem ist das beste?".
Häufige Fragen
Bei der Überflur-Beregnung fällt das Wasser von oben auf die Fläche, im Hausgarten aus Versenkregnern, die im Ruhezustand im Boden sitzen. Bei der Unterflur-Bewässerung führt eine Tropfleitung das Wasser direkt an den Wurzelraum. Das eine ist für Rasen gedacht, das andere für Pflanzen in Reihen und Gruppen.
Als Richtwert gelten von März bis Mai etwa 15 bis 20 Liter je Quadratmeter und Woche, von Juni bis September etwa 25 bis 40 Liter. Wie lange Ihre Anlage dafür laufen muss, zeigt der Eimertest: Behälter aufstellen, 30 Minuten laufen lassen, Wasserhöhe messen und hochrechnen.
Ja, mit unterirdisch verlegtem Tropfrohr. Das ist vor allem bei schmalen, verwinkelten oder stark windigen Flächen interessant. Was dabei zu beachten ist und wann Versenkregner die bessere Wahl bleiben, steht im Beitrag zur unterirdischen Rasenbewässerung.
Weil sie ganz unterschiedliche Wassermengen und Drücke brauchen. Ein Regner bringt in einer Stunde ein Vielfaches dessen aus, was ein Tropfer abgibt. Am selben Kreis wäre der Rasen entweder zu trocken oder das Beet ersoffen. Jede Ausbringungsart bekommt einen eigenen Kreis.
Das könnte Sie auch interessieren
Welche Bewässerungsart passt zu welcher Fläche in Ihrem Garten?
Rasen, Beete, Hecke und Kübel brauchen meist verschiedene Bewässerungsarten – und jede bekommt ihren eigenen Kreis. Zeichnen Sie Ihren Garten in der Online-Planung ein: Sie erhalten einen Plan, in dem jede Fläche die passende Ausbringung bekommt, samt Stückliste. Lieber im Gespräch? Dann in der kostenlosen Erstberatung.
Über den Autor: Jürgen Hackländer
Geschäftsführer von aqua.naturale Beregnung. Jürgen Hackländer kommt aus dem Handwerk und arbeitet bis heute selbst mit den Produkten, die er empfiehlt — seit über 25 Jahren, mit mittlerweile mehr als 15.000 zufriedenen Kunden. Durch regelmäßige Schulungen und ständigen Kontakt zu den Herstellern bleibt er technisch auf dem neuesten Stand.
Mehr über Jürgen Hackländer · Alle Beiträge im Ratgeber · Fragen an mich persönlich stellen