Zum Inhalt springen

Bodenfeuchtesensor: sinnvoll oder nicht?

Eine kritische Betrachtung zu den Vor- und Nachteilen von Bodenfeuchtesensoren
14. Januar 2026 durch
Bodenfeuchtesensor: sinnvoll oder nicht?
aqua.naturale Beregnung, Jürgen Hackländer


Die Messung der Bodenfeuchte erscheint bei einer automatischen Bewässerungsanlage auf den ersten Blick als absolut notwendig. Wir haben uns kritisch mit dem Thema auseinandergesetzt und zeigen Ihnen im Folgenden die Vor- und Nachteile von Bodenfeuchtesensoren

Die ideale Lösung für Ihre Bewässerung?


Egal ob GießkanneWasserschlauch oder automatische Bewässerung – die zentrale Frage bleibt immer gleich: Wie viel Wasser ist optimal?

Ein Bodenfeuchtesensor wirkt auf den ersten Blick wie die perfekte Antwort:

  • Er misst den aktuellen Feuchtigkeitsgehalt im Boden

  • Die Bewässerung kann automatisch daran angepasst werden

Also müssten Bewässerungsanlagen doch eigentlich immer Bodenfeuchtesensoren haben, oder? Lesen Sie, warum sich diese Technik nur für bestimmte Grünflächen eignet – und welche Alternativen es gibt.

Wie funktioniert ein Bodenfeuchtesensor?


Wie feucht ist mein Boden?

Der Aufbau der Sensoren ist sehr einfach. Im Prinzip wird eine Elektrode in die Erde gesteckt oder leicht vergraben. Die Elektrode ist per Kabel mit dem Steuergerät verbunden. Durch elektrische Impulse wird nun die Leitfähigkeit des Bodens überprüft. Denn: Je mehr Feuchtigkeit im Boden ist, desto höher ist die Leitfähigkeit.

Diese Daten werden direkt an das Steuergerät gesendet. Das Steuergerät reguliert dann die notwendige Bewässerungszeit im nächsten Intervall und steuert somit die ausgebrachte Wassermenge.


So kann zum Beispiel der Bodenfeuchtesensor Hunter SOIL-CLIK seine Messdaten direkt an einen Steuerungscomputer für die Bewässerung weiterleiten.

Bewässerungsanlage einstellen

Unsere Hersteller

Professionelle Hersteller für kompromisslose Qualität

Netafim

Rainbird

Azud

Das Problem: Die Bodenbeschaffenheit in Siedlungsgebieten

Bodenfeuchtesensoren: Das Problem ungleichmäßiger Gartenböden

Die meisten Bewässerungsanlagen werden in Hausgärten von Siedlungsgebieten eingesetzt. Beim Bau von Häusern oder Gewerbegebäuden kommt es immer zu Ausschachtungen, die später wieder großflächig aufgefüllt und bearbeitet werden. Dabei wird die natürliche Bodenstruktur zerstört: Bindige und durchlässige Bereiche verteilen sich ungleichmäßig, und schwere Baumaschinen führen oft zu Verdichtungen bis in mehrere Meter Tiefe.

Ungleichmäßige Wasseraufnahme: Diese Veränderungen haben zur Folge, dass der Boden Feuchtigkeit sehr unterschiedlich aufnehmen kann:

  • An manchen Stellen staut sich Wasser in den oberen Erdschichten
  • An anderen versickert es innerhalb kurzer Zeit

Grenzen von Bodenfeuchtesensoren: Ein Bodenfeuchtesensor misst immer nur punktgenau. Damit die Werte repräsentativ wären, müsste er an einem idealen Referenzpunkt platziert werden – was aufgrund der ungleichmäßigen Bodenstruktur kaum möglich ist. In der Praxis steht er daher oft an besonders trockenen oder besonders feuchten Stellen.

Ergebnis: Bodenfeuchtesensoren alleine keine optimale Lösung

Das führt zu falschen Messergebnissen und damit zu einer dauerhaften Über- oder Unterversorgung an vielen Stellen im Garten. Für die meisten Hausgärten sind Bodenfeuchtesensoren allein daher keine optimale Lösung.

Bewässerung selber einbauen


Für welche Böden sind die Sensoren sinnvoll? 

Bodenfeuchtesensoren eignen sich vor allem dort, wo das Substrat gleichmäßig aufgebaut ist. Typische Beispiele sind:

  • Dachbegrünungen, die vollständig künstlich angelegt wurden und daher einen einheitlichen Schichtaufbau besitzen

  • Große Pflanzkübel, die mit einem homogenen Substrat gefüllt sind

In solchen Fällen liefern die Sensoren verlässliche Werte, weil keine stark unterschiedlichen Bodenarten die Messung verfälschen.

Planung einer Bewässerungsanlage


Bodenfeuchtesensoren ≠ Tensiotechnik

Eine weitere Einschränkung hat die Bewässerung über einen Bodenfeuchtefühler auch darin, dass mit den handelsüblichen Geräten nur prozentual die gesamte Wasserabgabe reguliert werden kann. Der Sensor misst die Bodenfeuchte und das Steuerungssystem entscheidet dann, im nächsten Intervall X Prozent der maximalen Abgabemenge auszubringen.

Während der Beregnung werden die aktuellen Messungen nicht herangezogen. Es ist also nicht so, dass eine Anlage mit Bodenfeuchtesensor immer nur genau so lange läuft, bis die optimale Bodenfeuchte erreicht ist.

Solche Systeme gibt es zwar auch, doch diese haben mit einem einfachen Bodenfeuchtesensor nicht mehr viel gemeinsam. Diese Geräte, sogenannte “Tensiotechnik”, werden vor allem bei der professionellen Pflanzenproduktion verwendet.

Welche Bewässerungsarten gibt es?


Alternative zur Bodenfeuchtemessung: Wettersensoren

Wetter­sensoren als Alternative: Sehr bewährt haben sich Sensoren für Niederschlag, Temperatur und Sonneneinstrahlung. Aus diesen Parametern lässt sich der tägliche Wasserbedarf eines Gartens zuverlässig berechnen.

Zwar können diese Sensoren keine ungleiche Bodenstruktur, Schattenwurf oder andere standortspezifische Besonderheiten erfassen – doch eine professionelle Planung der Bewässerungsanlage mit einzelnen Sektoren berücksichtigt solche Faktoren von Anfang an.

Das Ergebnis: Eine gut geplante, automatische Bewässerung mit Wettersensoren ist in vielen Fällen die bessere Wahl gegenüber Bodenfeuchtesensoren. Denn die scheinbar exakte Feuchtigkeitsmessung im Boden ist oft trügerisch und liefert selten repräsentative Werte für den gesamten Garten.

Praxis-Tipp:

  • Nutzen Sie den Wettersensor Solar Sync von Hunter in Kombination mit dem X-CORE Steuerungsgerät.
  • Oder setzen Sie auf Hydrawise und verwenden Sie den integrierten virtuellen Solar Sync.

Bewässerungsanlage optimal einstellen

FAQ: Häufige Fragen

Für typische Hausgärten in Siedlungsgebieten sind Bodenfeuchtesensoren meist nicht optimal. Die ungleichmäßige Bodenstruktur macht punktuelle Messungen unzuverlässig. Wettersensoren bieten in den meisten Fällen bessere Ergebnisse.

Einfache Bodenfeuchtesensoren kosten zwischen 50 und 200 Euro. Professionelle Tensiotechnik-Systeme können mehrere tausend Euro kosten. Wettersensoren liegen preislich meist zwischen 100 und 300 Euro.

Die meisten Bodenfeuchtesensoren sind nicht frostbeständig und müssen im Winter entfernt oder abgeschaltet werden. Wettersensoren funktionieren ganzjährig.

Die meisten Bodenfeuchtesensoren sind nicht frostbeständig und müssen im Winter entfernt oder abgeschaltet werden. Wettersensoren funktionieren ganzjährig.

Bodenfeuchtesensoren sollten mindestens einmal jährlich kalibriert werden. Bei stark schwankenden Bodenverhältnissen kann eine häufigere Kalibrierung notwendig sein.

Bodenfeuchtesensor: sinnvoll oder nicht?
aqua.naturale Beregnung, Jürgen Hackländer 14. Januar 2026
Perfekte Rasenbewässerung: So bleibt dein Rasen auch im Sommer grün
Der grünste Rasen durch automatische Bewässerungssysteme