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Rollrasen bewässern: Die ersten sechs Wochen entscheiden

Einschwemmen, täglich wässern, Zugtest, erstes Mähen – der Fahrplan für die Anwachsphase
13. September 2026 durch
Rollrasen bewässern: Die ersten sechs Wochen entscheiden
aqua.naturale Beregnung, Jürgen Hackländer

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2026

Rollrasen bewässern – das ist in den ersten Wochen die ganze Kunst. Rollrasen ist die schnellste Art, zu einem grünen Garten zu kommen: morgens Erde, abends Rasen. Die Kehrseite erleben wir jedes Jahr im Juli, wenn jemand mit dem Foto eines gelben Schachbrettmusters im Laden steht – die Bahnen sind an den Rändern eingetrocknet, weil in den ersten Tagen zu wenig Wasser kam. Rollrasen hat bei der Verlegung nur zwei bis drei Zentimeter Wurzelballen und muss diesen Ballen erst mit dem neuen Boden verbinden. Bis dahin lebt er ausschließlich von dem Wasser, das Sie ihm geben. In diesem Artikel erfahren Sie, wie viel das ist, wie lange die Phase dauert und woran Sie erkennen, dass er angewachsen ist.

RATGEBER-ÜBERSICHT

Dieser Artikel ist Teil unseres Ratgebers Rasenbewässerung: Regner, Planung und typische Fehler – dort finden Sie alle Beiträge zum Thema im Zusammenhang.

Die ersten sechs Wochen in Kürze

Direkt nach dem Verlegen durchdringend wässern, bis der Boden unter den Bahnen feucht ist. Danach etwa zwei Wochen täglich, bei Hitze morgens und nachmittags, jeweils so viel, dass die Bahnen nie austrocknen, aber kein Wasser steht. Ab der dritten Woche seltener und länger, bis zur normalen Regel von zwei bis drei Gaben pro Woche. Angewachsen ist er, wenn sich eine Bahn nicht mehr anheben lässt – meist nach 10 bis 14 Tagen. Erst dann betreten und das erste Mal mähen.

Großflächenregner bewässert eine frisch angelegte Rasenfläche
Gleichmäßige Verteilung ist in der Anwachsphase wichtiger als die Menge – Ränder und Ecken trocknen zuerst. (Foto: Hunter Industries)

Warum Rollrasen in den ersten Tagen so empfindlich ist

Beim Schälen auf dem Feld verliert der Rasen den größten Teil seiner Wurzeln. Was auf der Palette ankommt, ist ein Teppich aus Halmen mit einer dünnen Schicht Erde, die in der Sonne innerhalb weniger Stunden austrocknet. Solange die neuen Wurzeln nicht in den Untergrund gewachsen sind, kann die Pflanze kein Wasser aus dem Boden holen – jede Stunde ohne Feuchtigkeit ist eine Stunde Stress. Deshalb gilt: Rollrasen wird am Liefertag verlegt, nicht am Tag danach, und die Bewässerung beginnt, bevor die letzte Bahn liegt.

Tag 1: Einschwemmen

Direkt nach dem Andrücken der Bahnen wird der Rasen so lange gewässert, bis das Wasser durch die Bahn hindurch in den vorbereiteten Boden gezogen ist. Heben Sie zur Kontrolle an einer Ecke die Bahn an: Der Boden darunter muss dunkel und feucht sein, nicht nur die Grasnarbe. Als Größenordnung sind das 15 bis 20 Liter je Quadratmeter – deutlich mehr, als man intuitiv gibt. Bei 100 Quadratmetern sind das 1.500 bis 2.000 Liter, also gut eine Stunde mit dem Gartenschlauch bei voll geöffnetem Hahn. Wer die Bewässerungsanlage vor dem Rollrasen verlegt hat, drückt jetzt auf „Manuell“ und lässt jeden Kreis laufen, bis der Test an der Ecke stimmt.

Woche 1 und 2: täglich, bei Hitze zweimal

In den ersten zwei Wochen darf die Bahn nie austrocknen. Bei Temperaturen bis 25 Grad reicht eine Gabe am frühen Morgen, bei mehr als 25 Grad oder Wind kommt eine zweite am Nachmittag dazu – nicht in der Mittagshitze, aber so, dass der Rasen nicht die Nacht über nass bleibt. Die Menge richtet sich nach dem Zustand: Die Grasnarbe soll feucht sein, aber es darf kein Wasser auf den Bahnen stehen. Stehendes Wasser verdrängt die Luft aus dem Boden und lässt die Wurzeln faulen – das ist der zweithäufigste Fehler nach dem Austrocknen.

Ein Bewässerungscomputer am Wasserhahn nimmt Ihnen in dieser Phase die Disziplin ab: Zwei Startzeiten pro Tag, 15 bis 20 Minuten pro Regnerposition, fertig. Wer keine Anlage hat, stellt einen Viereckregner auf und einen Bewässerungscomputer davor; für 100 Quadratmeter braucht das zwei bis drei Regnerpositionen, die täglich umgestellt werden.

Bewässerungscomputer für den Wasserhahn wie Hunter BTT oder Galcon mit Bluetooth lassen sich per Handy programmieren. Die Geräte finden Sie unter Bewässerungscomputer und Steuergeräte.

Woche 3 bis 6: Umstellen auf seltener und länger

Machen Sie ab dem zehnten Tag den Zugtest: Fassen Sie eine Bahn an der Ecke und ziehen Sie leicht nach oben. Löst sie sich, wässern Sie weiter täglich. Hält sie, haben die Wurzeln gegriffen. Ab jetzt reduzieren Sie über zwei bis drei Wochen: erst jeden zweiten Tag, dann jeden dritten, dafür mit größeren Mengen von 10 Litern je Quadratmeter. Damit erziehen Sie die Wurzeln nach unten – tägliche kleine Gaben würden sie an der Oberfläche halten, und der Rasen bliebe dauerhaft von Ihnen abhängig. Nach sechs Wochen gilt die normale Regel für gewachsenen Rasen: zwei- bis dreimal pro Woche durchdringend, wie in unserem Artikel zum Rasenbewässern beschrieben.

Phase

Wie oft

Wie viel

Kontrolle

Tag 1 (Einschwemmen)

einmal, sofort nach dem Verlegen

15–20 l/m²

Boden unter der Bahn feucht

Woche 1–2

täglich, bei Hitze morgens und nachmittags

Bahn feucht, kein stehendes Wasser

Zugtest ab Tag 10

Woche 3–6

jeden 2., dann jeden 3. Tag

ca. 10 l/m² je Gabe

Fußspuren richten sich auf

ab Woche 7

2–3× pro Woche

20–30 l/m² und Woche

wie gewachsener Rasen

Betreten, mähen, düngen: die richtige Reihenfolge

Betreten Sie den Rollrasen in den ersten zwei Wochen nur zum Umstellen des Regners und nur mit Brettern als Laufweg – jeder Schritt verschiebt Bahnen, die noch nicht verwachsen sind. Das erste Mal gemäht wird, wenn der Zugtest hält und die Halme etwa 8 Zentimeter hoch sind, in der Regel nach 10 bis 14 Tagen. Mähen Sie nicht tiefer als 5 Zentimeter und nur mit scharfem Messer; ein stumpfes reißt die noch locker sitzenden Halme heraus. Gedüngt wird erst nach dem zweiten Schnitt, es sei denn, der Rollrasenlieferant hat einen Starterdünger vorgeschrieben.

Die vier häufigsten Fehler

Erstens: Rollrasen am Freitag verlegen und am Wochenende wegfahren. Zweitens: Am ersten Tag nur oberflächlich „anfeuchten“ statt einzuschwemmen. Drittens: Abends wässern, sodass die Bahnen die ganze Nacht nass liegen – Pilzbefall ist bei Rollrasen im Sommer keine Seltenheit. Viertens: Nach dem Anwachsen weiter täglich wässern, aus Angst vor dem gelben Schachbrett. Gerade der letzte Fehler ist der teuerste, weil er sich erst im nächsten Sommer zeigt, wenn der flach wurzelnde Rasen beim ersten Hitzetag einbricht.

Vorteile und Nachteile der Anlage vor dem Rollrasen

Vorteile: Wer die Bewässerungsanlage vor dem Rollrasen verlegt, hat den Graben im nackten Boden statt im fertigen Rasen, und die Anwachsphase läuft automatisch mit zwei Startzeiten am Steuergerät – ohne dass jemand um 5 Uhr aufsteht oder den Regner umstellt. Für Landschaftsbauer ist das der Standardablauf, weil die Gewährleistung für den Rasen sonst am Gießverhalten des Kunden hängt.

Für Rollrasen im Hausgarten kommen meist MP Rotatoren und Pro-Spray-Gehäuse zum Einsatz, auf großen Flächen Getrieberegner wie Hunter PGP. Alle finden Sie unter Regner und Düsen.

Nachteile: Die Anlage muss vor dem Rollrasen geplant und eingebaut sein, das kostet in der Bauphase ein bis zwei Tage. Und sie ersetzt in den ersten Wochen nicht den Blick auf die Fläche: Ecken im Windschatten einer Mauer und Ränder an gepflasterten Wegen trocknen schneller als die Mitte, dort muss gelegentlich mit dem Schlauch nachgeholfen werden.

Unsere Hersteller für die Rollrasen-Bewässerung

Für die Anwachsphase und den Dauerbetrieb setzen wir auf Regner von Hunter (MP Rotator, Pro-Spray, PGP) und Rain Bird sowie Steuergeräte von Hunter – vom BTT am Wasserhahn bis zum X-Core mit Regensensor. Wir sind autorisierter Hunter-Partner und planen die Anlage auf Wunsch zusammen mit dem Landschaftsbauer vor der Rollrasenverlegung.

Häufige Fragen

Etwa zwei Wochen, bis der Zugtest hält. Bei Hitze über 25 Grad morgens und nachmittags, sonst einmal am frühen Morgen. Die Bahnen sollen feucht sein, ohne dass Wasser steht.

15 bis 20 Liter je Quadratmeter, bis der Boden unter der Bahn feucht ist. Kontrollieren Sie das, indem Sie an einer Ecke die Bahn anheben.

In der Regel 10 bis 14 Tage, bis sich eine Bahn nicht mehr anheben lässt; vollständig verwurzelt ist er nach etwa sechs Wochen.

Wenn der Zugtest hält und die Halme etwa 8 Zentimeter hoch sind, meist nach 10 bis 14 Tagen. Nicht tiefer als 5 Zentimeter, mit scharfem Messer.

Ja, aber die Bewässerung muss dann vom ersten Tag an sitzen, im Zweifel zweimal täglich. Frühjahr und Herbst sind einfacher, weil weniger verdunstet.

Bewässerung vor dem Rollrasen einbauen

Am einfachsten ist es, die Anlage vor dem Verlegen einzubauen – danach müsste der neue Rasen wieder geöffnet werden. Zeichnen Sie die Fläche in der Online-Planung ein und planen Sie die Anlage am besten vor dem Liefertermin des Rasens. Wer selbst verlegt, bekommt im Selbstbau-Programm Plan und Material aus einer Hand.

Sie planen Rollrasen? Dann ist jetzt der richtige Moment, die Bewässerung gleich mit zu verlegen – wir planen Kreise, Regner und Steuerung so, dass die Anwachsphase automatisch läuft. Melden Sie sich am besten vor dem Liefertermin des Rasens.

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