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Nicht vergessen: Bewässerungsanlage winterfest machen

In allen Regionen Deutschlands kann der Frost bis in die Bodentiefe der Rohrleitungen vordringen. Bevor die große Kälte kommt, müssen deshalb einige Maßnahmen vorgenommen werden, um Frostschäden zu vermeiden. Die Bewässerungsanlage muss also "winterfest" gemacht werden. 

 

Frostschäden an der Bewässerungsanlage vorbeugen


Ein wichtiger Schritt im Spätherbst ist es, das Wasser aus dem Bewässerungssystem abzulassen. Allerdings reicht das nicht aus, da Restwasser dennoch gefrieren kann. Dann weitet es sich aus und kann einen Bruch der Kunststoffteile provozieren. Frostschäden wie diese können auch bei den flexiblen Polyethylen-Rohren auftreten, sobald Restwasser gefriert. Die Folgen sind ein Bruch der Rohrwände und ein Platzen der Regnergehäuse durch gefrorenes Wasser in der Rückflussrichtung.

 

In Abhängigkeit vom Systemtyp wird die richtige Ausblasmethode eingesetzt:

  • manuelle Ablassmethode
  • automatische Ablassmethode
  • Ausblasen mit Druckluft

 

Die manuelle Ablassmethode


Sie kommt zum Einsatz, sobald Handablassventile am Ende und an den Tiefpunkten der Bewässerungsleitungen sitzen. Für die Entwässerung wird die Wasserversorgung für die Bewässerung abgeschaltet. Dann werden jegliche Handablassventile geöffnet. Wenn das Wasser aus der Hauptleitung geflossen ist, werden die Kessel-Ablassventile beziehungsweise die Entwässerungskappe auf dem Ablauf- und Abschlusshahn geöffnet.

 

Nun entweicht das Wasser zwischen Bewässerungsabsperrhahn und Rückflussgerät. Im Anschluss werden die Kontrollhähne auf dem Rückflussgerät geöffnet. Erst wenn das komplette Wasser aus den Leitungen ist, dürfen die Handablassventile verschlossen werden. Diese Methode bringt allerdings keinen optimalen Schutz vor Frostschäden, da sich Wasser in weiter entfernten Anlagenteilen anstauen und dort gefrieren kann.
 

Die automatische Ablassmethode


Sofern automatische Ablassventile am Ende und den Tiefpunkten der Bewässerungsleitungen verbaut sind, wird diese Methode verwendet, um das Bewässerungssystem winterfest zu machen. Sobald der Druck in den Leitungen unter 10 PSI sinkt, öffnet sich das System automatisch und lässt Wasser ab. Um die Aktivierung zu starten, wird die Wasserversorgung für das Bewässerungssystem abgeschaltet. Danach wird eine Station aktiviert, um ein Abfallen des Drucks im Systemdruck zu bewirken.

 

Nachdem das Wasser der Hauptleitung herausgeflossen ist, wird das Kessel-Ablassventil oder die Entwässerungskappe geöffnet. Jetzt kann das Restwasser Bewässerungsabsperrhahn und Rückflussgerät entweichen. Im nächsten Schritt werden die Kontrollhähne auf dem Rückflussgerät geöffnet. In Abhängigkeit von der Position der Rückschlagventile kann sich noch Wasser im Rückfluss befinden.

 

Auch wenn diese Methode vielen Laien von großen Gartengeräte-Herstellern empfohlen wird, so ist auch hier Vorsicht geboten. Je nach Leitungslänge und Topografie des Grundstücks bleiben Anlagenteile mit Wasser befüllt und können so bei Frost beschädigt werden. Außerdem gehören automatische Ablassventile zu den Bauteilen, die ganzjährig einer regelmäßigen Überprüfung unterliegen sollten. 

Die Druckluftmethode


Wer das System mittels Druckluft entleert, sollte besonders aufpassen und einen ANSI-geprüften Augenschutz tragen. Die Druckluft kann ansonsten schwerste Verletzungen verursachen. Am besten führt diese Methode ein lizenzierter Beregnungsfachbetrieb durch, um Gefahren zu minimieren. Wichtig ist auch, dass keine Druckluft durch die Rückflussgeräte gedrückt werden darf.

 

Die Druckluftmethode ist die zuverlässigste Art, eine Anlage vor den Einflüssen des Winters und entsprechenden Beschädigungen zu schützen. Die Entleerung von Bewässerungsanlagen mittels Druckluft wird von allen Fachbetrieben in der Beregnungstechnik empfohlen und durchgeführt. 

Weitere Tipps für eine richtige Anwendung der Ausblasmethode sind:

  • Bei PVC-Leitungen darf der Druckluft 80 PSI nicht übersteigen, bei Polyethylen-Rohrsystemen 50 PSI.
  • Während der Arbeit mit der Druckluft nicht über Komponententeile beugen.
  • Kompressor nie ohne Aufsicht lassen.
  • Nicht durch einen Rückfluss oder eine Pumpe ausblasen.
  • Nach dem Ausblasen die Handablassventile nicht geöffnet lassen.

 

Vorsorge ist besser als Nachsorge


Winterzeit bedeutet für den Garten in vielfältiger Hinsicht Ruhezeit. Einige Dinge werden in Kellerräumen sicher verstaut, aber die Beregnungsanlage und das Wasserverteilungs-System gehören in der Regel nicht dazu. Sie verbleiben an Ort und Stelle. Um die Technik vor Frost und Minustemperaturen zuverlässig zu schützen, ist ein gut ausgeführter Winterschutz unerlässlich.

Sie haben Fragen zum Thema „Bewässerungsanlage winterfest machen“?

Wir bieten für die Regionen um Düsseldorf, Köln sowie im gesamten Ruhrgebiet einen praktischen Service zur sogenannten "Einwinterung" Ihrer Bewässerungsanlage an. Sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin! Natürlich helfen wir Ihnen auch bei der Inbetriebnahme der Bewässerungsanlage im Frühjahr.

 

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